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Klönstunde mit Peter

OLFEN "Hallo Peter, schön, das du bist. Nun können wird wieder klönen." Elisabeth Krimpe huscht ein Lächeln über das Gesicht, als Peter Dördelmann bei ihr eintrifft.

von Von Theo Wolters

, 23.12.2007
Klönstunde mit Peter

Elisabeth Krimpe und Peter Dördelmann haben sich immer bei den Besuchen viel zu erzählen.

Elisabeth Krimpe hat vor Tagen erfahren, dass Peter Dördelmann vom Besuchsdienst bei ihr vorbeischaut. Den ganzen Vormittag freut sie sich schon. Nun sitzt sie am Fenster ihres Zimmers im Altenwohnhaus St. Vitus und drückt Peter Dördelmann kräftig die Hand.

Seit 2004 wohnt sie in dem Zimmer mit Blick auf die Vituskirche und ist stolze 99 Jahre alt. "Ich soll dich herzlich von Agnes Schulte-Rummel grüßen." Dies wird nicht der letzte Gruß bei dem einstündigen Gespräch sein. Elisabeth Krimpe und Peter Dördelmann kennen sich seit Jahren, haben viele gemeinsame Bekannte. "Du, die Barbara hat ja eine große Hochzeit gefeiert, davon hab ich dir doch erzählt. Nun ist sie schwanger und ihre Mutter ist ganz stolz, dass sie Oma wird."

Neuigkeiten

Elisabeth Krimpe ist froh, Neuigkeiten aus der Steverstadt zu erfahren. Denn Zeitungen kann sie nicht mehr so gut lesen, das Augenlicht hat nachgelassen. Peter Dördelmann sitzt ganz nah bei ihr, damit die 99-Jährige alles gut verstehen kann. "Heute steht in der Zeitung, es wird ein neues Gewerbegebiet geben." "Ja, wo denn genau", möchte Elisabeth Krimpe alles erfahren. Was macht denn die? Wie geht es den dem? Auf alle Fragen erhält die gebürtige Olfenerin eine Antwort.

Elisabeth Krimpe wuchs mit ihrem Bruder Burkhard an der Lüdinghauser Straße auf. Nach dem Tod der Eltern bewohnte das Geschwisterpaar das Haus allein. Beim Bau der Umgehungsstraße wurde das Elternhaus abgerissen, Elisabeth und Burkhard Krimpe, auch er wohnt nun im Altenwohnhaus, zogen in ein Haus am Westendorp. Zuerst zog Elisabeth ins Altenwohnhaus, ihr Bruder folgte ihr später.

Die 99-Jährige ist noch recht gut zu Fuß. "Bei schönem Wetter gehst du immer noch mit einem Rolllator durch den Park, richtig?" "Na klar, setze aber jetzt immer eine Mütze auf. Der Wind ist doch recht kalt. Die Knochen müssen halt bewegt werden. Sie sollen ja nicht steif werden." Und sie gehe auch gern allein. "Ich will keinen hinter mir haben", so die robuste ältere Dame. Und wenn das Wetter es nicht zulässt, sitzt sie in ihrem Sessel am Fenster. "Die Kirche kann ich immer schlechter erkennen. Doch was soll ich machen. Es kommt, wie es kommt."

Während sich ihr Bruder noch nicht so richtig eingelebt hat, fühlt sich Elisabeth bei St. Vitus sehr wohl. "Mir geht es hier gut, ich bin ganz zufrieden." Sie habe ihrem Bruder immer gesagt, es ginge nicht anders, es habe sein müssen. "Ich schau heute Nachmittag mal wieder bei ihm vorbei." "Dann sag ihm", so Peter Dördelmann, "ich werde ihn bald auch besuchen."

"Mal sehen"

"Elisabeth, nächstes Jahr gibt es eine Feier." "Ach ja?" so die schnelle Antwort. "Mal sehen, es kommt halt, wie es kommt", denkt sie noch nicht an ihren 100. Geburtstag. "Wie geht es eigentlich zuhause? Alles gesund?" Elisabeth interessiert sich auch für Peters Familie. Sie erhält natürlich auch genaue Auskunft.

Die Plauderstunde vergeht wie im Flug. Kaum gibt es eine Gesprächspause. Elisabeth und Peter haben sich viel zu erzählen. "Soll ich dir noch etwas Wasser eingießen, bevor ich gehe?" Elisabeth bedankt sich für den Besuch. "So jetzt haben wir wohl über alles gekürt", verabschiedet sich Peter Dördelmann. "Das andere verwahren wir uns für das nächste Mal auf." Und wieder huscht ein Lächeln über ihr Gesicht.

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