Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Pfarrer in St. Vitus auf Verbrecherjagd

OLFEN In der Literatur und im Film hat es ja schon katholische Priester mit einem gewissen Hang zur Verbrechensbekämpfung gegeben. Man denke nur an Pater Brown. In Olfen hat mit Pfarrer Bernd de Baye nun ein echter Geistlicher kriminalistischen Spürsinn an den Tag gelegt.

von Von Matthias Münch

, 17.12.2007

 Und das kam so, wie er selbst erzählt: "Am Samstagnachmittag war ich um halb vier in der Kirche, um Kerzen für die Roratemesse am Abend aufzustellen. Dann habe ich mich ins Mittelschiff gesetzt, um noch einmal in Ruhe über die Messe nachzudenken." In diesem Moment ging die Tür der St. Vitus-Kirche auf. Ein Mann mittleren Alters kam hinein, schritt schnell nach hinten, zündete eine Kerze an und setzte sich unter die Orgelempore. Der Pastor wollte die Kirche verlassen. Doch als er an dem Mann vorbeiging, beschlich ihn ein merkwürdiges Gefühl.

"Ich habe die Seitentür geöffnet, die zur Statue von Bischof Wolfhelm hinausführt, bin aber in der Kirche geblieben und habe die Tür zufallen lassen. Das war deutlich zu hören." Bernd de Baye trat dann hinter eine Säule, als der Mann sich umblickte, ob die Kirche nun leer sei. Dann hörte der Pastor ein kratzendes Geräusch an dem Opferstock, in dem der Verein Pro Organa Spenden für die Orgelrenovierung sammelt. De Baye trat vor und der Mann, der sich tatsächlich an dem Opferstock zu schaffen machte, schrak zusammen, steckte sein Werkzeug ein und wollte flüchten.

Musiker eilt zur Hilfe

Der Pfarrer forderte ihn auf, stehen zu bleiben: "Wenn Sie jetzt weglaufen, wird alles nur noch schlimmer. Sie kommen jetzt mit mir zum Pfarrhaus. Dort rufen wir die Polizei." Als beide gemeinsam das Gotteshaus verließen, kam ihnen Kirchenmusiker Thomas Hessel entgegen. Bei dem blieb der Mann stehen, während der Pastor die Polizei verständigte. Die war nach zehn Minuten mit vier Beamten vor Ort und nahm den Mann fest.

Spezielles Einbruchswerkzeug

Wie die Polizei feststellte, handelte es sich bei dem Mann um einen 43-Jähriger aus Moers. In seinem mitgeführten Kastenwagen wurde spezielles Einbruchswerkzeug gefunden: gebogene Metallstücke mit montierten Klebebändern zum "Fischen" von Geld aus Opferstöcken. Zudem fanden die Beamten zahlreiche Münzen und ausländische Banknoten. Offenbar hatte er sich nicht zum ersten Mal an einem Opferstock vergangen. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Die Ermittlungen dauern an.

Auch in St. Vitus ist früher schon Geld aus Opferstöcken verschwunden, sogar kleinere Beträge von Münzgeld. Deshalb wird es neue Opferstöcke geben, wie Pfarrer de Baye erklärt: "Sie sind schon bestellt. Und ich hoffe, dass sie einbruchssicher sind."

Lesen Sie jetzt