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Rechte Parteien werben Jugendliche in Olfen

Anzeigen beim Staatsschutz

OLFEN Flyer und Aufkleber mit rechten Aussagen, Graffiti mit SS-Runen und Jugendliche, die rechte Parolen rufen - in den letzten Monaten zeigen rechte Gruppen häufig Präsenz in Olfen. Vermehrt gab es auch Anzeigen von Bürgern beim Staatsschutz.

von Von Annika Ruhfaut

, 22.04.2010
Rechte Parteien werben Jugendliche in Olfen

Die Partei »pro NRW« macht in einigen Orten des Landes Wahlwerbung. Bemerkenswert: Im näheren Umkreis sind die Plakate nur in Olfen zu finden.

Zwar gebe es noch keine feste Organisation in Olfen, sagt Jürgen Lubritz, Leiter des Kommissariats Staatschutz. Aber lose Gruppierungen, die sich zu den Freien Nationalisten hingezogen fühlen.

Diese „Vernetzungsbasis“, wie sich die Organisation auf ihrer Internetseite selbst nennt, „möchte jungen Nationalisten die Möglichkeit geben, sich völkisch einzubringen, ohne auf Parteien wie die NPD oder DVU zurückzugreifen.“ Dazu wirbt die Organisation Jugendliche an – auch in Olfen. Ein 17-Jähriger Olfener aus dem Jugendtreff Enjoy, der seinen Namen nicht nennen will, erzählt, wie die Freien Nationalisten vorgehen: „An Karneval haben sie Jugendliche gefragt, welche politische Gesinnung sie haben. Wenn sie rechts waren, wurde ihnen einer ausgegeben.

Anschließend bleibt man über SchülerVZ in Kontakt oder trifft sich in der Schule, man wird zu Partys und Demos eingeladen.“ Michael Sturm ist Mitarbeiter der Beratungsstelle „mobim“ gegen rechte Gewalt, die vom Familienministerium koordiniert wird. Er beobachtet rechte Entwicklungen im Regierungsbezirk Münster und weiß, dass die Aktionen der Freien Nationalisten und ähnlichen Gruppen mit ähnlichen Namen ein Problem der ganzen Region sind. Deshalb müssten sich Städte schon in den Anfängen mit dem Thema befassen – auch, wenn noch nichts „Schlimmes“ vorgefallen ist. So wie in Olfen.  

„Die Stadt muss sich nachhaltig positionieren und klar machen, dass sie Rechtsextremismus nicht toleriert“, sagt Sturm. Seine Empfehlung: ein runder Tisch mit Polizei, Kirche, Stadt und demokratischen Parteien. Die Stadt beobachte solche Entwicklungen, sagte der Beigeordnete Wilhelm Sendermann. „Wir halten bei diesen Dingen Kontakt zur Kripo."