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Spuren von großem Gräberfeld

OLFEN Die Olfener Stadtgeschichte muss zwar nicht neu geschrieben werden, die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 889, doch Grabungen haben Funde aus Zeiten bis zu 6000 Jahre vor Christi Geburt zu Tage gefördert.

von Von Theo Wolters

, 19.10.2007

Von besonderer Bedeutung ist der Nachweis eines Gräberfeldes der jüngeren Bronze-/älteren vorrömischen Eisenzeit (1000 bis 500 v. Chr.). All dies haben Archäologen des Landschaftsverbands Westfalen Lippe bei Grabungen auf einer Fläche an der Kökelsumer Straße entdeckt.

Die Archäologen hatten bereits bei der Offenlegung des Bebauungsplans Naturbad erklärt, in diesem Gebiet könnten sich Funde aus tausende von Jahren vor Christi Geburt verbergen. Und sie hatten Recht. Mitte September wurden an verschiedenen Flächen des Geländes Grabungen durchgeführt. „Wir haben hier Funde vermutet, weil das Gelände darauf hinweist,“ so die Archäologen. Es handele sich um eine etwas erhöhte Fläche in Nähe eines Flusses (Stever), zudem finde man dort sandigen Boden vor.

16 Suchschnitte in 60 Zentimeter Tiefe

Meist unbeachtet von der Bevölkerung, wurden insgesamt 16 so genannte Suchschnitte in einer Gesamtlänge von rund 1000 Meter angelegt. Diese waren ca. 60 Zentimeter tief. Und besonders im östlichen Bereich wurden die Archäologen fündig. So wurden Urnen aus der Zeit von 1000 bis 500 Jahre v. Chr. gefunden. Eine Urne und ein kleine Grabbeigabe brachten die Archäologen zu der Vorstellungen der Ergebnisse vor einigen Tagen mit ins Olfener Rathaus.

Aber nicht nur Urnen und Hinweise auf Kreisgräber aus verschiedenen Epochen wurden gefunden. Die unterschiedlichen Verfärbungen, die durch Eingriffe in den Boden in früheren Zeiten entstanden sind, lassen zudem auf Besiedlungsaktivitäten in der Jungsteinzeit (6000 bis 2000 v.Chr.) schließen. Deutlich waren Stellen erkennbar, wo früher einmal Pfosten, Mauern oder Gruben gewesen sind. Dies und gefundene Keramikscheiben prähistorischer Machart weisen auf eine Siedlung der vorrömischen Eisenzeit hin. Auch Teile von Steinwerkzeugen wurden gefunden.

Steinwerkzeug und Grabbeigaben

          Eine Woche untersuchte ein Archäologe die einzelnen Abschnitte. Immer wieder stieß er auf besondere Funde. Auch Teile von Steinwerkzeugen wurden entdeckt. Alle Stellen wurden markiert und in eine Bodenkarte aufgenommen. Zwei Urnen und kleine Gefäße, die wohl bei der Bestattungen als Grabbeigabe dienten, wurden geborgen. Doch die meisten Funde wurden in dem Boden gelassen, damit sie beim Transport nicht beschädigt werden konnten.  

Mittlerweile ist von den Grabungen auf dem Gelände nichts mehr zu sehen. Die landwirtschaftliche Fläche wurde vor einigen Tagen gepflügt. Fest steht, so die Archäologen, dass weniger als die Hälfte des insgesamt 70 000 m² großen Fläche als Bodendenkmal anzusehen ist.

Archäologen scheuten die Öffentlichkeit

Bei den Grabungen scheuten die Archäologen die Öffentlichkeit, damit sie nicht gestört wurden oder unliebsame Überraschungen erleben mussten. Josef Himmelmann und Willi Sendermann schauten jedoch täglich vorbei und informierten sich über die Arbeiten. Nun können die Ergebnisse auch der Öffentlichkeit mitgeteilt werden.

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