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Sylvesterkracher im Bunker

OLFEN "Endlich ist der Papier- und Genehmigungskram erledigt und wir können richtig loslegen, bevor die Saison beginnt." Andreas Hepner, Betriebsleiter des Feuerwerkskörperlagers der Firma Keller Pyro GmbH, freut sich endlich, dass die Arbeit losgeht - ein gefährlicher Job.

von Von Sophie Bissingen

, 03.08.2007

Seit Ende Januar ist das ehemalige Munitionslager Olfen an die Firma Keller aus Bochum-Wattenscheid verkauft, die seit über 40 Jahren pyrotechnische Qualitätserzeugnisse entwickelt, produziert und vertreibt. Seit wenigen Wochen hat nun die Einlagerung und Verpackung der Feuerwerkskörper begonnen.

"Wir lagern in den 100 Bunkern die fertige Ware auf Paletten in speziellen Kartons, die mit eine mit brandhemmenden Material beschichteten Spezialpapier ausgeschlagen sind", so Hepner. Morgens um sechs Uhr kommen die Container mit den in China von 150 000 Arbeitern hergestellten Feuerwerkskörpern aus dem Hamburger Hafen nach Olfen und werden dort in die Bunker geladen. "Ab September geht es hier richtig los. Und im Dezember ist Stress. Es werden rund 1000 LKW kommen, die beladen werden. Da findet kaum einer der hier Beschäftigten mehr als fünf Stunden Schlaf."

Transport mit Gefahrgut-LKW

Zuvor wurde die Ware der seit 1945 existierenden Firma mit Hauptsitz in Bochum in den Hamburger Häfen gelagert, doch soll das zentrale Lager der Firma in den nächsten Jahren nach Olfen verlegt werden. Mit speziellen Gefahrgut-LKW kommt seit Anfang April täglich Ware an.

Derzeit arbeiten 15 Mitarbeiter auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände. Sie sortieren, kommissionieren und laden die Container ab. Eine Ausbildungsstelle für Lagerlogistik wurde bereits geschaffen. "Wir möchten noch mehr Arbeitsplätze für Olfen schaffen", informiert der gelernte Bürokaufmann.

Das Gelände bietet für die Lagerung der Feuerwerkskörper ideale Bedingungen. Die Bunker haben eine Zirkulation, sind aber so gesichert, dass weder von innen Feuer nach außen gelangen kann, noch umgekehrt. "Es gibt eine automatische Verriegelung. In Schleusen befindet sich eine chemische Lösung, die bei Hitze oder Rauch schmilzt und so die Zufuhr unterbricht", so Joachim Gödecker, Firmen-Außendienstmitarbeiter für NRW.

Notstromaggregat und 50 Hydranten

Auf dem Gelände gibt es ein eigenes Notstromaggregat. Damit kann ein zweiwöchiger Stromausfall überbrückt werden. "Es gibt über 50 Hydranten, die wir im Brandfall für die erste Feuerbekämpfung nutzen können. Im Ernstfall wird jedoch die örtliche Feuerwehr eingeschaltet", erklärt Hepner.

Nach und nach füllen sich die Bunker auf dem Gelände und die Regale in den Lagerhallen. "Nach Sylvester ist hier alles leer", lacht Hepner. "Bis Anfang Dezember genießen wir noch die Ruhe vor dem Sturm".

 

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