Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Vom Alltag im Caritas-Wohnheim

OLFEN Vor etwas über einem Jahr haben 24 Männer und Frauen die vier Wohngemeinschaften im Olfener Cariats-Wohnheim bezogen. Wie haben sich inzwischen eingelebt? Von ihrem Alltag in der Steverstadt berichtet Matthias Münch.

von Von Matthias Münch

, 30.12.2007

Bei Kaffee und Kuchen sitzen die Bewohner der Wohngemeinschaft  3 nach getaner Arbeit zusammen. Jetzt haben sie Muße, um über den weiteren Tagesablauf zu sprechen: Wer kocht? Wer deckt den Tisch? Wer hat abends was vor? Nur am Mittwochnachmittag ist nicht ganz so viel Zeit. Denn dann gehen alle gemeinsam zum Sport: Patrick Thier, Sarah Sander, Marco Spodig, Stephanie Jürgenliemk, Berthold Ickhorn, Carsten Overs und ihre Begleiter Julia Laurenz und Andreas Wahle. Ihren Alltag regeln sie mit Hilfe heilpädagogischer Fachkräfte weitgehend selbstständig.

Morgens zur Arbeit

Alle 24 Bewohner im Alter von 20 bis 44 Jahren arbeiten tagsüber in einer der umliegenden Caritas-Werkstätten. Dort waren sie bereits tätig, bevor sie an die Dattelner Straße zogen. So arbeitet Stephanie Jürgenliemk in Lüdinghausen. Die anderen fünf Bewohner der WG 3 fahren nach Nordkirchen. „Ich arbeite in der Verpackung von Sektgläsern“, erzählt Sarah Sander. Die edlen Ritzenhoff-Gläser gehen in Nordkirchen durch die Qualitätskontrolle und werden dann versandfertig gemacht. Carsten Overs und Patrick Thier sind in der Schreinerei beschäftigt. Gemeinsam haben sie dort zuletzt schöne Kindermöbel aus Holz poliert.

Gemeinsame Freizeit

Um 8 Uhr ist Arbeitsbeginn. Also fahren die Busse in Olfen morgens schon früh ab. Deshalb geht es nach Feierabend dann erstmal gemütlich zu. Entspannung ist angesagt und Freizeitgestaltung, zum Beispiel Fußball gucken. Am Wochenende drücken Patrick Thier und Sarah Sander gemeinsam dem VfL Bochum die Daumen. Drei Bewohner der Dattelner Straße stammen aus Olfen, die anderen aus der Umgebung: Selm, Werne, Lüdinghausen, Nordkirchen. Sie haben vorher bei ihren Eltern gewohnt, pflegen zumeist auch noch guten Kontakt zur Familie. Nun aber haben sie ein unabhängiges Leben begonnen und fühlen sich wohl dabei.

Integration von Anfang an

Integration in die Stadt Olfen ist ein wichtiges Thema, das viel Aufmerksamkeit verdient. Sie stand vom Start weg unter einem guten Stern, wie Wohnheimleiter Ingo Emmelmann betont. Von Bürgermeister Josef Himmelmann bis Pfarrer Bernd de Baey haben alle sofort engen Kontakt gesucht. Und es ist immer ein Miteinander in beiden Richtungen. Ingo Emmelmann kann dafür etliche Beispiele aufzählen. Das fing schon bei der Bauplanung an. Das Pättken von den benachbarten Wohngebieten zur Bushaltestelle führt direkt über das Gelände des Wohnheims. Und der große Freizeitraum kann von unmittelbaren Nachbarn für Familienfeste oder von Olfener Vereinen genutzt werden. Die Messdiener treffen sich hier regelmäßig. Die Kolpingsfamilie hielt dort eine Versammlung ab.Eine Menge Olfener Gäste haben die 24 Bewohner schon bei sich begrüßt. Zuerst im Januar beim Nachbarschaftstreffen und dann – als großer Höhepunkt – beim Sommerfest mit rund 400 Besuchern. Umgekehrt bewegen sich die Bewohner sicher in der Steverstadt, etwa beim Einkaufen oder beim Gang zur Kirche.

Kontakt zu Vereinen

„Jetzt nehmen die ersten von ihnen Kontakt zu Vereinen auf“, berichtet Ingo Emmelmann. Das sind vor allem Kolping und der Sportverein SuS Olfen. Zum Verein IBO (Integration behinderter Menschen) bestand die Verbindung ohnehin von Anfang an, und früh auch schon zu den Ministranten. Zwei der Bewohner tun als Messdiener in St. Vitus Dienst am Altar Dienst. Weitere Kontakte und Freundschaften sind ausdrücklich erwünscht. 

 

Lesen Sie jetzt