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Papst sagte nach Studentenprotesten Rede ab

ROM Zur Erföffnung des akademischen Jahres wollte der Papst heute an der römischen Universität "La Sapienza" eine Rede halten. Nachdem Studenten und Professoren tagelang gegen sein Kommen protestiert hatten, sagte das Kirchenoberhaupt die Rede ab - veröffentlichte den Text aber dennoch.

Papst sagte nach Studentenprotesten Rede ab

"Wenn Bendikt nicht zur La Sapienza kommt, kommt La Sapienza zu Benedikt" - diese Studenten bedauern, dass der Papst seine Rede an ihrer Uni abgesagt hat.

Nach der Absage ist dem Papst in Italien eine Welle der Solidarität entgegengeschlagen. Politiker, Geistliche und Wissenschaftler stellten sich hinter die Entscheidung des katholischen Kirchenoberhauptes, auf den Besuch zu verzichten.  Studenten und Dutzende Lehrende hatten sich gegen ein Kommen des Papstes ausgesprochen, weil Joseph Ratzinger  in einer 1990 an der Universität gehaltenen Rede den Prozess der Inquisition gegen den Physiker und Astronomen Galileo Galilei (1564-1642) gerechtfertigt haben soll. 67 Professoren hatten einen  Protestappell veröffentlicht, Studenten das Rektorat der Universität besetzt.Angriffe "nicht hinnehmbar" Italiens Regierung ist empört über die Absage des Vatikans und den Protest der Akademiker. Staatspräsident Giorgio Napolitano bezeichnete die Angriffe auf den Papst als „nicht hinnehmbar“ und „intolerant“. Es habe sich ein Klima gebildet, das mit einem „freien und heiteren Meinungsaustausch unvereinbar“ sei. Kardinal Camillo Ruini rief die Italiener dazu auf, am Sonntag beim Angelus-Gebet ihre Solidarität mit dem Papst zu bekunden und „totale Nähe“ zu Benedikt zu zeigen. Eine Frauenvereinigung schickte dem Papst hundert rote Rosen. Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone übersandte dem „Sapienza“- Rektor Renato Guarini die geplante Rede, in der Benedikt die Autonomie der Universität betont: „In ihrer Freiheit von politischen und kirchlichen Autoritäten kommt der Universität ihre besondere Funktion gerade auch für die moderne Gesellschaft zu, die einer solchen Institution bedarf“, heißt es in dem Dokument.

Der Ursprung der Universität liege in dem Drang des Menschen nach Erkenntnis: „Er will wissen, was das alles ist, was ihn umgibt. Er will Wahrheit.“ Andere Hochschulen Italiens, wie etwa in Florenz und Mailand, luden den Papst ein, in ihren Universitäten zu sprechen.

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