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Pech für Madoff-Opfer: Milliardenklagen scheitern

New York (dpa) Die Opfer des Milliardenbetrügers Bernard Madoff könnten auf einem Teil ihres Schadens sitzenbleiben: Eine US-Richterin hat milliardenschwere Forderungen gegen die Banken JPMorgan Chase und UBS weitgehend zurückgewiesen.

Pech für Madoff-Opfer: Milliardenklagen scheitern

Der zu 150 Jahren Haft verurteilte Milliarden-Betrüger Madoff hat Banken und Hedge-Fonds vorgeworfen, bei seinem illegalen Schneeballsystem «bewusst weggesehen» zu haben. Archivfoto: Justin Lane

Madoff-Treuhänder Irving Picard hatte die zwei Kreditinstitute auf insgesamt 21 Milliarden Dollar (15 Mrd Euro) verklagt, weil sie seiner Meinung nach aus purem Eigennutz das größte Schneeball-System aller Zeiten am Laufen gehalten haben.

Picard steht an der Spitze der bankrotten Investmentfirma von Bernard Madoff, der eine Haftstrafe von 150 Jahren absitzt. Der Treuhänder sieht es als seine Aufgabe an, den Opfern ihr Geld wiederzubeschaffen. Dazu hat er mehr als 1000 Klagen eingereicht, vor allem gegen Partnerbanken von Madoff und gegen Investoren, die von dem Betrug profitiert haben.

Von den nach seinen Angaben 17,3 Milliarden Dollar, die Madoff-Anleger verloren haben, konnte er bis dato etwa die Hälfte wiederbeschaffen. Doch nach ersten juristischen Erfolgen scheint Picards Glückssträhne jetzt gerissen.

Bereits im Juli hatte ein Richter eine 9 Milliarden Dollar schwere Schadenersatz-Klage gegen die britische Großbank HSBC gekippt. Die damalige Begründung: Picard habe als Treuhänder quasi den Platz von Bernard Madoff eingenommen. Und deshalb könne er nicht im Namen der Opfer sprechen. Die New Yorker Bezirksrichterin Colleen McMahon schloss sich dieser Auffassung in einer am Dienstag veröffentlichten Entscheidung an: «Ein Dieb kann niemals die Rolle eines Verwahrers übernehmen.»

Eine Sprecherin von Picard erklärte, gegen das Urteil vorgehen zu wollen. Sie betonte zudem, dass die eigentlichen Vorwürfe gegen die Banken unberührt seien: JPMorgan war die Hausbank von Madoff. Picard wirft ihr vor, sie hätte den Betrug angesichts der ungewöhnlichen Zahlungen erkennen müssen und verlangt 19 Milliarden Dollar.

Madoff hatte die vermeintlichen Traumgewinne seiner Anleger mit dem Geld frischer Investoren bezahlt. Die UBS wurde von Picard auf 2 Milliarden Dollar verklagt, weil sie über Fonds das Madoff-System «gefüttert» habe. Die Banken weisen die Anschuldigungen zurück.

Entscheidung der Richterin als pdf

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