Pinkwart sagt NRW Stahlgipfel nach IG-Metall-Boykott ab

Neues Treffen im Frühjahr?

Die IG Metall hatte der Landesregierung „Haltung des Nichtstuns“ vorgeworfen und ihre Teilnahme am Stahlgipfel abgesagt. NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart hofft nun auf ein Treffen im Frühjahr.

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Düsseldorf

, 13.12.2017, 17:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Beschäftigte der Metallindustrie demonstrieren am 16. November vor dem Signal Iduna Park in Dortmund. Weil sie das Engagement der Landesregierung als mangelhaft empfinden, haben die Gewerkschafter ihre Teilnahme am NRW-Stahlgipfel am 18. Dezember abgesagt.

Beschäftigte der Metallindustrie demonstrieren am 16. November vor dem Signal Iduna Park in Dortmund. Weil sie das Engagement der Landesregierung als mangelhaft empfinden, haben die Gewerkschafter ihre Teilnahme am NRW-Stahlgipfel am 18. Dezember abgesagt. © picture alliance / Bernd Thissen

Der für den kommenden Montag geplante Stahlgipfel der nordrhein-westfälischen Landesregierung ist geplatzt. Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) sagte den Termin am Mittwoch ab, nachdem die IG Metall angekündigt hatte, das Treffen zu boykottieren.

Ohne die Teilnahme der Gewerkschaft mache der Stahlgipfel keinen Sinn, betonte Pinkwart. Stattdessen soll nun am gleichen Termin ein Arbeitsgespräch zur Modernisierung des Stahlbereichs stattfinden.

Gewerkschaft verweigert Teilnahme am Stahlgipfel

Die IG Metall hatte wenige Stunden zuvor angekündigt, sie werde nicht am Stahlgipfel teilnehmen. Gründe seien das mangelnde Engagement der Landesregierung angesichts der geplanten Stellenstreichungen in der Metallbranche und der umstrittenen Stahlfusion von Thyssenkrupp und Tata, sagte ein Gewerkschaftssprecher am Mittwoch. Zuvor hatte die „Rheinische Post“ darüber berichtet.

„Vor dem Hintergrund, dass diese Prozesse Tausende Arbeitsplätze gefährden, bin ich vom Verhalten der Landesregierung und insbesondere vom Wirtschaftsministerium in diesen Fällen mehr als enttäuscht“, sagte der NRW-Chef der Gewerkschaft, Knut Giesler, der Zeitung. Er warf der Landesregierung eine „Haltung des Nichtstuns“ vor.

Pinkwart wies diese Vorwürfe allerdings zurück. „Herr Giesler weiß es selbst besser: Ich habe mich persönlich in die Gespräche eingebracht, um alle Möglichkeiten des Arbeitsplatzerhalts für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszuloten oder zumindest sozialverträgliche Lösungen zu finden.“

Neuer Gipfel-Termin für kommendes Frühjahr gesucht

Bei dem Gipfel unter Leitung von NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) sollte nach Wegen gesucht werden, den Stahl wieder zukunftsfähig zu machen. Dabei sollte es um Themen gehen wie den Kampf gegen Preisdumping, die künftigen Anforderungen des Klimaschutzes an die Stahlindustrie sowie die Frage, wie Forschung und Entwicklung die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes NRW sichern können.

Pinkwart kündigte an, er wolle nun in den kommenden Wochen in Gesprächen mit der IG Metall Möglichkeiten eines Gipfels im Frühjahr ausloten.

dpa

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