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Pioniere bekamen mehr Kinder

Washington (dpa) Die wagemutige Eroberung eines neuen Lebensraumes kann sich für die Siedler auszahlen: Viele Pioniere bekamen mehr Kinder als Paare, die in einem bereits bewohnten Gebiet leben, berichten Wissenschaftler aus Kanada und der Schweiz im Fachjournal «Science».

Pioniere bekamen mehr Kinder

Achille Bhérer und Hortense Gaudreault mit sieben ihrer 14 Kinder, aufgenommen im Jahr 1876 in Charlevoix, Kanada. Foto: Bherer Familie/Science

Sie trugen über ihre Kinder und Kindeskinder mehr Gene in die nachfolgenden Generationen und hatten somit auch langfristig einen größeren evolutionären Erfolg. Vermutlich ermöglichte die reichliche Verfügbarkeit von Land den Neusiedlern, früher zu heiraten und Kinder zu bekommen, schreiben die Forscher.

Claudia Moreau von der Université de Montréal (Québec/Kandada) und ihre Mitarbeiter hatten mit Hilfe von Daten aus Kirchenarchiven die Stammbäume von mehr als einer Million Menschen untersucht, die in einer recht spät besiedelten Region von Québec leben oder lebten. Die Besiedlung des Gebiets Charlevoix Saguenay Lac-Saint-Jean nordöstlich von Québec-Stadt begann Anfang des 17. Jahrhunderts. Ein schnelles Bevölkerungswachstum und die Entwicklung einer holzverarbeitenden Industrie erlaubte die Ausbreitung und Besiedlung immer neuer Gebiete bis ins 19. Jahrhundert hinein.

Die Auswertung der Hochzeits- und Geburtsregister zeigte, dass ein Großteil der Bevölkerung, die heute in dem Gebiet lebt, Vorfahren hat, die damals zu den Erstbesiedlern eines neuen Gebietes gehörten. Diese Pioniere heirateten - im statistischen Mittel - rund ein Jahr früher als Paare, die im bereits besiedelten Kernbereich eines Gebietes lebten. Sie bekamen rund 15 Prozent mehr Kinder, die wiederum häufiger heirateten als die der «Kernsiedler», berichten die Wissenschaftler.

«Die Menschen konnten tatsächlich jünger heiraten, da in den neuen Randgebieten mehr Farmland verfügbar war als in den Kerngebieten, wo gutes Land häufig bereits besetzt war», sagt der beteiligte Wissenschaftler Laurent Excoffier von der Universität Bern und dem Schweizer Institut für Bioinformatik (SIB) laut einer Pressemitteilung.

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