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Teldafax-Pleite

Planlose Kundenwerbung führte in die Insolvenz

KÖLN Es ist die größte Pleite in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Beim Billigstromanbieter Teldafax wurden gnadenlos Kunden geworben - gegen jede wirtschaftliche Logik. Über 700 000 Menschen wurden geprellt.

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Ehemalige Kunden der insolventen Teldafax-Gruppe warten in Köln auf den Beginn der Gläubigerversammlung. Der Insolvenzverwalter will den Gläubigern des pleitegegangenen Billigstromanbieters Rede und Antwort stehen.

Der Insolvenzverwalter der Teldafax-Gruppe, Biner Bähr, sprach in Köln zur Gläubigerversammlung. Insgesamt bangen rund 700 000 Kapitalgeber um ihr Geld.

„Es kam nicht darauf an, ob man Gewinn oder Verlust macht, sondern es ging darum, möglichst viele Kunden zu gewinnen“, sagte der Insolvenzverwalter Biner Bähr am Dienstag bei der Gläubigerversammlung in Köln. Hierdurch habe sich das Unternehmen für potenzielle Investoren interessant machen wollen. Vor rund 100 Gläubigern in Köln sprach Bähr von „chaotischen Verhältnissen“, die er bei Teldafax vorgefunden habe, nachdem er Mitte 2011 vom Amtsgericht Bonn zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden war. Teldafax sei hoch defizitär gewesen, eine Fortführung sei nicht möglich gewesen.

Bähr wollte nicht ausschließen, dass sich die gesamten Schulden des Unternehmens auf ein Volumen von 500 Millionen Euro belaufen, bei einem Vermögen von derzeit knapp 7 Millionen. Es würden aber noch Haftungsansprüche geprüft. Bähr rechnet nicht vor 2017 mit einem Abschluss des Verfahrens, das gemessen an der Anzahl der Gläubiger das größte in der deutschen Wirtschaftsgeschichte ist. Insgesamt sind mehr als 700.000 Menschen von der Zahlungsunfähigkeit betroffen, die meisten davon ehemalige Strom- und Gaskunden des Troisdorfer Unternehmens. Bei der Versammlung der Gläubiger waren weit weniger Menschen ins Staatenhaus am Kölner Rheinpark gekommen als erwartet.  Bähr berichtete ausführlich über die Entwicklung des Unternehmens in den vergangenen Jahren. Nach seinen Ermittlungen sei der Energiedienstleister bereits Mitte 2009 insolvenzreif gewesen. Aufrechterhalten worden seien die Geschäfte in den folgenden Jahren nur durch fortlaufende Vorauszahlungen der Kunden. Anfang 2011 sei das System endgültig kollabiert, als die letzten Banken das Lastschriftverfahren gekündigt hätten.

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Ehemalige Kunden der insolventen Teldafax-Gruppe warten in Köln auf den Beginn der Gläubigerversammlung. Der Insolvenzverwalter will den Gläubigern des pleitegegangenen Billigstromanbieters Rede und Antwort stehen.

Der Insolvenzverwalter der Teldafax-Gruppe, Biner Bähr, sprach in Köln zur Gläubigerversammlung. Insgesamt bangen rund 700 000 Kapitalgeber um ihr Geld.

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