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Policen kündigen: Fristen und Sonderklauseln beachten

Stuttgart/Düsseldorf (dpa/gms) - Ob Haftpflicht-, Unfall- oder Hausratsversicherung: Oft stellen sich Versicherungen als zu teuer heraus, enthalten nachteilige Klauseln oder die Police wird nicht mehr benötigt. Wer kündigt, sollte auf einige wichtige Regeln achten.

In der Regel werden Verträge mit einer so genannten ordentlichen Kündigung beendet, erläutert Christoph Schäfer, Fachanwalt für Versicherungsrecht in Stuttgart. Sie muss vor allem fristgerecht beim Versicherer eingehen. «Normalerweise gilt als Frist drei Monate vor Ende des Versicherungsjahres», sagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. In manchen Fällen würden aber auch kürzere Fristen vereinbart.

Manchmal ist sogar ein umgehender Wiederausstieg möglich: Wer schon nach kurzer Zeit zweifelt, ob er den beantragten Versicherungsschutz wirklich will, kann unter Umständen mit Hilfe eines Widerspruchs aus dem Vertrag aussteigen, erläutert Schäfer. Die meisten Versicherer lassen den Widerspruch innerhalb von 14 Tagen zu, nachdem die Unterlagen samt Police beim Verbraucher eingegangen sind.

Nach Ablauf dieser Fristen gilt es zuallererst, sorgfältig die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu studieren, rät Thomas Hagen von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein in Kiel. Dort können Versicherte feststellen, welche Frist für ihren Vertrag gilt. In der Regel beginnt das Versicherungsjahr mit dem Abschlusstermin: «Wenn ich am 3. März abschließe, läuft ein Einjahresvertrag auch am 3. März ab. Und zwar immer um 12 Uhr mittags», erläutert Weidenbach.

Eine Ausnahme gibt es in der Regel nur bei der Kfz-Haftpflichtversicherung: Hier ist die Frist nach Worten von Elke Weidenbach seit den achtziger Jahren einheitlich und beträgt einen Monat - das Versicherungsjahr läuft immer zum 31. Dezember ab. Kündigungen müssen folglich bis Ende November beim Versicherer sein.

Ein Sonderfall liegt auch dann vor, wenn Partner zusammenziehen und sich folglich eine Haftpflichtpolice teilen können. «Um Geld zu sparen, sollten sie den Schutz in einer Police vereinen. Den jüngeren Vertrag kann man in solchen Fällen problemlos aufheben lassen und muss dann nur den Namen des Partners in den älteren Vertrag aufnehmen», erläutert Weidenbach. In der Regel erfolge die Vertragsaufhebung zum Monatsende nach Mitteilung.

Auch in anderen Fällen können langfristige Verträge unter Umständen vor Ablauf gelöst werden: «Das geht zum Beispiel dann, wenn die Versicherung die Prämie erhöht, ohne gleichzeitig die Leistung zu verbessern», sagte Marianne Stietz von der Verbraucherzentrale Thüringen in Erfurt. Auch hier muss schriftlich gekündigt werden - innerhalb eines Monats nach Mitteilung der Erhöhung. «Fast immer steht aber in Mehrjahresverträgen drin, dass Beitragserhöhungen nicht ausgeschlossen sind», sagt Elke Weidenbach. «Dann haben Sie keine Chance.»

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