Polizist vor Kölner Straßenbahn geschubst und getötet

Verdächtiger festgenommen

Der mutmaßliche U-Bahn-Schubser von Köln steht noch vor Gericht, da geschieht es in der Stadt erneut: Ein Mann wird vor eine Straßenbahn geschubst und stirbt. Es ist ein Polizist. Am Sonntag wird ein 44-Jähriger festgenommen.

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KÖLN

, 10.02.2018, 15:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Polizist wurde in Köln von einem Unbekannten vor eine Straßenbahn gestoßen und starb.

Ein Polizist wurde in Köln von einem Unbekannten vor eine Straßenbahn gestoßen und starb. © picture alliance / Rolf Vennenbe

Ein Polizist ist in Köln vor eine fahrende Straßenbahn gestoßen und so getötet worden. Der 32-jährige Beamte sei privat unterwegs gewesen, als er vom Täter zwischen zwei Wagen der fahrenden Bahn geschubst wurde, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Der Fahrer habe dies nicht bemerkt, die Bahn überrollte ihn. Zwei Begleiter des Opfers wurden zur psychologischen Betreuung in ein Krankenhaus gebracht. Eine Mordkommission nahm die Ermittlungen auf.

Medienberichten zufolge wurde der Getötete anhand seines Dienstausweises als Polizeikommissar identifiziert. Videoaufnahmen der Überwachungskamera an der Haltestelle Chlodwigplatz zeigten das Verbrechen, hieß es in einer Mitteilung vom Samstag. Die Ermittler versuchen nun, das Gesicht des Schubsers aus den Aufnahmen erkennbar zu machen. Er sei nach der Tat am Freitagabend zunächst in der Menge untergetaucht.

44-Jähriger Festgenommen

Später wurde dann ein 44-Jähriger festgenommen. Der Mann werde einem Haftrichter vorgeführt, teilte die Polizei am Sonntag mit. Ihm werde Totschlag vorgeworfen. Der Deutsche hatte sich am Tatort bei der Polizei als Zeuge gemeldet. Im Zuge der Ermittlungen der Mordkommission sei er unter dringenden Tatverdacht geraten.

Der Verdächtige habe sich inzwischen einen Anwalt genommen und schweige zum Tatvorwurf. Zu seinem Motiv äußerten sich die Ermittler nicht. Ob es vor dem Stoß zu einem Streit gekommen war, ließen sie ebenfalls offen. Zwei Begleiter des Opfers wurden zur psychologischen Betreuung in ein Krankenhaus gebracht.

U-Bahn-Schubser vor Gericht

Im Sommer vergangenen Jahres hatte ein sogenannter U-Bahn-Schubser in Köln Angst und Schrecken verbreitet. Es soll sich um einen 26 Jahre alten Obdachlosen handeln, der vier Frauen angegriffen und geschubst haben soll. Ihm droht wegen einer schweren psychischen Krankheit die dauerhafte Unterbringung in einer geschlossenen Psychiatrie. Der Prozess gegen ihn hatte Ende Januar begonnen.

dpa