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Preise von Elektronik schwer zu kalkulieren

Hamburg/Frankfurt/Main (dpa/gms) - Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein dicker Prospekt vom Elektromarkt aus der Zeitung fällt. Angesichts der zahlreichen Angebote wissen Verbraucher kaum noch, wann der günstigste Zeitpunkt für den Kauf von neuer Technik ist.

Ob ein Produkt möglicherweise schon in der folgenden Woche noch billiger wird, ist schwer abzuschätzen. Das liegt vor allem daran, dass Rabattaktionen heute das ganze Jahr über möglich sind. Anfang 2004 wurden Winter- und Sommerschlussverkauf offiziell abgeschafft, und seitdem bemühen sich die Händler, das ganze Jahr über mit Angeboten die Kunden in die Geschäfte zu locken. Und es ist kein Wunder, dass vor allem bei der Unterhaltungselektronik der Preiskampf groß ist. Denn einerseits werden immer schneller neue Produkte entwickelt. Und zum anderen stehen Fernseher, Playstation und Digitalkamera das ganze Jahr über weit oben auf der Wunschliste der Bundesbürger.

Das zeigt das Beispiel Flachbildfernseher: Sie waren nach Worten von Peter Wippermann vom Trendbüro Hamburg «das große Thema 2006». Die Konsumenten verabschieden sich von den Röhrengeräten und wollen LCD- und Plasma-Fernseher, hat der Experte beobachtet. Zahlen der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu) in Frankfurt belegen das: So waren die neuen TV-Geräte im vergangenen Jahr für annähernd die Hälfte des Unterhaltungselektronikumsatzes verantwortlich. Insgesamt wurden laut gfu 5,95 Millionen Fernsehgeräte verkauft.

Neue Modelle sind zwar in der Regel teurer als alte. Trotzdem haben der starke Wettbewerb, effizientere Fertigungsmethoden und «Mengeneffekte» je nach Produktgruppe zu einem Preisverfall zwischen 5 und 30 Prozent geführt, heißt es bei den Marktbeobachtern. Denn der technische Fortschritt ist schnell - und mit ihm kommen und verschwinden zahlreiche Geräte auf dem Markt.

Für den Verbraucher ist es da wahrlich schwer, den richtigen Zeitpunkt für den Kauf abzupassen. «Früher waren die Monate nach Weihnachten - also Januar und Februar - günstige Zeitpunkte. Heute gilt das nicht mehr», sagt Theo Wolsing von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Durch die jederzeit möglichen «Rabattschlachten» seien die Preise nicht mehr stabil. Dem Verbraucher bleibe da nur, sie sorgfältig zu vergleichen.

«Nicht alle Rabattaktionen sind so gut, wie sie klingen», sagt auch Ralf Schmidt-Pleska von der Verbraucher Inititative in Berlin. «Und nicht jedes Schnäppchen ist auch eines.» Bisweilen würden die Preise erst erhöht, dann wieder gesenkt - «und dann heißt es, man schenke dem Verbraucher noch Geld». Auf die Zeit könnten Verbraucher bei technischen Geräten daher nicht mehr ohne weiteres spekulieren.

«Warten Sie nicht zu lange, bis die Preise fallen», sagt dagegen Willy Fischel, Geschäftsführer des Bundesverbands Technik des Einzelhandels in Köln. «Technologie von morgen gibt es nicht für den Preis von gestern.» Das gilt zumindest für all jene, die bei technischen Entwicklungen vorn dabei sein wollen: Selbst preisbewusste Konsumenten wollten nicht zu den «digitalen Analphabeten» gehören, sagt Fischel.

«Das ist wie in der Modebranche», erläutert Wippermann. «Man kauft sich tolle Kleidung für das gute Selbstwertgefühl, um sich attraktiv zu fühlen und nicht, um nicht zu frieren.» Viele schlagen bei Neuigkeiten daher sofort zu. Aber wem es nicht so wichtig ist, das Neueste zu Hause zu haben, der ist mit einem Vorgängermodell zu günstigeren Konditionen gut bedient. «Wenn es für den Alltag reicht, warum nicht.»

Einen Orientierungspunkt gibt es aber: Die ungünstigste Zeit für einen Kauf sei die vor Weihnachten, sagt Wippermann. Die Geräte seien dann besonders teuer. «Die Hersteller versuchen zu dieser Zeit immer, neue Geräte auf den Markt zu bringen, die dann natürlich viel teurer sind.» Das Frühjahr eigne sich daher besser für den Kauf von Unterhaltungselektronik.

Welche Entwicklungen die Preise der einzelnen Produkte in diesem Jahr noch nehmen werden, ist den Marktforschern zufolge dagegen schwer abzusehen. Einig sind sie sich nur in einem Punkt: Auch für 2007 zeichnet sich ein Wachstum bei den begehrten Kameras, Konsolen und Computern ab. Und am meisten könne sich erneut bei den neuen Flachbildschirmen tun: Hier ist nach wie vor am meisten Bewegung im Markt.

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