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RB-Mission gegen Marseille - Vorher Bayern-Sause verhindern

St. Petersburg/Leipzig. Jetzt die Bayern endlich mal schlagen: Die kurze Regenerationszeit wird den Profis von RB Leipzig mit der Auslosung des Europa-League-Viertelfinales versüßt. Der Gegner hat Klang, ist aber schlagbar. Es geht gegen Olympique Marseille.

RB-Mission gegen Marseille - Vorher Bayern-Sause verhindern

RB-Leipzig Trainer Ralph Hasenhüttl bedankte sich bei seinen Spielern. Foto: Hendrik Schmidt

Um drei Uhr nachts stiegen die Europa-Eroberer von RB Leipzig müde, aber glücklich aus der Chartermaschine. Zehn Stunden später stand das nächste Highlight auf der internationalen Mission fest.

Vom pikanten Los FC Salzburg wurden die Sachsen verschont, RB empfängt am 5. April Olympique Marseille. Sieben Tage später kann die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl im EM-Stadion der Hafenstadt den Einzug ins Halbfinale klarmachen. „Mit Marseille kommt ein starker und interessanter Gegner auf uns zu. Es ist eine weitere Chance für uns, eine Runde weiterzukommen“, sagte Hasenhüttl. Er hätte allerdings das Rückspiel lieber daheim gehabt.

Zeit zum Feiern nach dem schon jetzt größten Erfolg in der Vereinsgeschichte blieb auch am Freitag nicht. Die nächste Mission wartet schon auf den Tabellensechsten in der Fußball-Bundesliga. Die vorzeitige Titelfeier des FC Bayern soll verhindert werden. Dafür äußerte Hasenhüttl „vier Wünsche für Sonntagabend: die Quote von 240 Minuten in Unterzahl von 390, die wir bis jetzt gespielt haben gegen Bayern, aufzustocken. Das heißt, in Gleichzahl das Spiel beenden, das ist der erste Wunsch. Der zweite Wunsch ist, kein Tor zu kassieren. Der dritte, irgendwann eins zu machen. Und der vierte, dass danach sofort abgepfiffen wird.“

Im wettbewerbsübergreifend fünften Anlauf soll endlich etwas Zählbares gegen das Team von Jupp Heynckes herausspringen. Bislang unterlagen die Sachsen in vier Spielen viermal (8:15 Tore). Auffällig: In drei von vier Spielen agierten die Leipziger nach Platzverweisen jeweils in Unterzahl. „Es muss schon viel passieren, dass sie an diesem Wochenende Meister werden. Wir werden alles dafür tun, dass es nicht passiert“, sagte Torwart Peter Gulacsi. RB will sich zugleich für das bittere Aus in der zweiten Runde des DFB-Pokals im Elfmeterschießen revanchieren.

Kurz nach Ostern wartet dann im Europapokal nach dem SSC Neapel und Zenit St. Petersburg nun Marseille, derzeit Dritter in der Ligue 1. Olympique setzte sich im Achtelfinale gegen Athletic Bilbao durch. Star der Mannschaft ist Frankreichs EM-Held Dimitri Payet. Olympique-Sportdirektor Andoni Zubizarreta warnte vor RB. „Es ist eine offensive Mannschaft mit einer interessanten Spielidee“, sagte die ehemalige spanische Torwart-Ikone dem Sender BeInSports und kündigte ein Offensivspektakel an: „Wir werden auch attackieren.“

Angst werden die Leipziger auch vor Marseille nicht haben. „Wir haben schon etwas Großartiges geschafft. Wir sind aber noch nicht zufrieden, wir wollen noch mehr erreichen“, hatte Offensivspieler Emil Forsberg noch in St. Petersburg nach dem 1:1 gesagt, ehe er im russischen Schneetreiben mitten in der Nacht mit seinen Kollegen in die Chartermaschine Richtung Leipzig stieg.

Es passte irgendwie ein bisschen zur Stimmung von Hasenhüttl direkt nach der Partie, dass der Flieger erstmal enteist werden musste. Der Coach tat sich schwer mit Euphorie nach dem nervenaufreibenden Auftritt seiner Mannschaft trotz erhoffter rascher Führung durch den französischen Angreifer Jean-Kévin Augustin in der 22. Minute. Der Ausgleich in der Nachspielzeit der ersten Hälfte durch Sebastian Driussi, ein Leistungsabfall und der verschossene Elfmeter von Timo Werner (Hasenhüttl: „Die Krönung“) in der 82. Minute hatten den RB-Coach merklich mitgenommen.

Seit dem Karlsruher SC 1993/1994 ist es keinem deutschen Europapokal-Debütanten mehr gelungen, in die Runde der besten Acht einzuziehen. Reicht es für RB sogar für den Titel? „Bis jetzt haben wir gezeigt, dass wir das Potenzial haben, mit dem geringstmöglichen Vorsprung in die nächste Runde zu kommen“, sagte Hasenhüttl. Es wäre aber vermessen, nun schon ans Finale zu denken.

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