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RWE-Chef Großmann will Energiepakt

ESSEN RWE-Chef Jürgen Großmann will mit einem Energiepakt einen Neuanfang zwischen Energiewirtschaft, Politik und Kunden anstoßen.

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RWE-Chef Großmann will Energiepakt

Bei RWE plant man einen Energiepakt.

„Die aktuelle Konfrontation zwischen Industrie, Energiewirtschaft und Politik muss ein Ende haben. Wir können so nicht weitermachen“, sagte der Chef des zweitgrößten deutschen Energieversorgers am Mittwoch bei den niedersächsischen Energietagen in Hannover.

Seiner eigenen Branche bescheinigte der RWE-Chef dabei ein „wirkliches Problem“. „Ich kann mich kaum erinnern, dass jemals eine Branche so in der Öffentlichkeit am Pranger gestanden hat wie derzeit die Energiewirtschaft“, stellte er fest. Dabei habe es die Branche verstanden, sich mit allen Beteiligten zu überwerfen, meinte Großmann.

Offenheit gegenüber den Kunden

Einen Monat nach seinem Amtsantritt sprach sich Großmann für mehr Offenheit gegenüber den Kunden und einen „Energiepakt Deutschland“ aus. Dazu müssten Kunden, Politiker und Energiewirtschaft an einen Tisch, heißt es in dem Redemanuskript des Konzernchefs. Dabei hätten die Energieversorger eine „besondere Bringschuld“, so der ehemalige Stahlmanager. Der Dialog, der zum Beispiel auf einer Nordseeinsel stattfinden könne, solle noch in diesem Jahr beginnen.

Strompreiserhöhungen werden einzeln begründet

Für sein Unternehmen kündigte Großmann an, die Anfang Oktober angekündigten kräftigen Strompreiserhöhungen „einzeln zu begründen“. Die RWE-Regionalgesellschaften wollen von Haushaltskunden zum Jahreswechsel zwischen 6,6 Prozent und 9,8 Prozent mehr für den Strom verlangen. Angesichts des Vorwurfs überhöhter Energiepreise wies Großmann unter anderem auf explodierende Ölpreise sowie auf offene und verdeckte Umlagen der öffentlichen Hand hin. „Bei den - in Anführungsstrichen - „viel zu hohen“ Energiepreisen hat jede Seite Argumente für sich, es gibt nicht einen Schuldigen“, so der RWE-Chef.

Neuer Energiegipfel

Bei einem neuen Energiegipfel müsse es nun um konkrete Ergebnisse gehen, forderte Großmann. Wichtigster Beitrag der Energiewirtschaft müssten dabei Investitionen unter anderem in moderne Kraftwerke und neue Leitungen sein. Dabei müssten die Energieversorger auch Abstand nehmen von früheren „Oppositionshaltungen“ gegenüber dem Ausbau der erneuerbaren Energien. RWE werde in den kommenden Jahren Milliarden in diesen Bereich investieren, kündigte Großmann an. Dazu baue das Unternehmen gerade eine neue Tochtergesellschaft auf.

Von besonderer Bedeutung müsse daneben auch eine deutliche Ausweitung der Energieforschung sein, zu der RWE einen wesentlichen Beitrag leisten werde. Zur Sicherung der Energieversorgung setzte sich der RWE-Chef auch für einen längeren Übergangszeitraum für die Kernenergie ein.

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