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Raesfelder Kinder mussten sich abstrampeln

Fitness-Tests

RAESFELD Auf einem Bein stehen, rückwärts balancieren und Liegestütze machen. Für die kleine Paula waren diese Übungen noch relativ einfach. Doch viele Kinder haben Probleme mit solchen Übungen. Bei Tests wurde genau das am Dienstag und Mittwoch an Raesfelder Kindern untersucht.

von Von Stephen Kraut

, 21.04.2010
Raesfelder Kinder mussten sich abstrampeln

Während der Wiederstand immer größer wird, soll Paula eine festgelegte Tretfrequenz einhalten. Dabei wird ihr Puls gemessen.

Das Projekt MoMo (Motorik Modul) der Sportinstitute der Universität Konstanz, des Karlsruher Institutes für Technologie und der PH Schwäbisch Gmünd in Kooperation mit dem Robert Koch-Institut und dem Ministerium für Bildung und Forschung untersucht in regelmäßigen Abständen Menschen von vier bis 23 Jahren in ganz Deutschland auf ihre körperlichen Fähigkeiten Sowohl die Ausdauer als auch die motorischen Fähigkeiten stehen im Fokus. Das Testteam, bestehend aus Evelyn Jäck, Valentin Futterer und Anne Noll, ließ die Kinder in diesem Rahmen dafür in der Turnhalle an der Alexanderschule einen Parcours absolvieren.

Nach einer medizinischen Untersuchung mussten sie rückwärts balancieren, aus dem Stand möglichst weit springen, auf einem Bein stehen sowie Sit-Ups und Liegestütze in vorgegebener Zeit meistern. Außerdem wurde das seitliche Springen getestet und eine Fahrt auf einem Fahrrad absolviert. Reaktionstests gehörten ebenfalls zum Programm. Der sechsjährigen Paula Stenkamp bereitete dieser Teil keine großen Probleme. „Das ist ja einfach!“, erklärte sie nach dem Reaktionstest. Das Balancieren war da schon etwas schwieriger. „Das ist keine Besonderheit“, erzählt Evelyn Jäck. „Im Vergleich zu den Ergebnissen von 1974 sind etwa 20 % der Probanden weniger in der Lage, rückwärts zu balancieren.“ Ähnliche Trends gebe es auch beim Weitsprung aus dem Stand.

Schuld daran sei die voranschreitende Technisierung. „Die Kinder bewegen sich nicht mehr soviel. Sie haben Computer und Fernseher.“ Auf einem Bein zu stehen, sei deshalb für viele schwierig. Die gesammelten Daten dienen dazu, Fördermaßnahmen für Kinder zu entwickeln. „Mein Kind ist schon früher dabei gewesen. Ich halte diese Tests für eine gute Sache“, berichtet Paulas Mutter, während ihre Tochter auf dem Fahrrad strampelt. Insgesamt habe sich Paula gut präsentiert, erklärt Anne Noll. „Doch das ist längst nicht bei allen Testpersonen der Fall. Wir hoffen, diesen Trend durch unsere Daten stoppen zu können.“ Das Team bleibt weiterhin am Ball. Der nächste Termin findet heute in Bergheim statt. Das Projekt MoMo soll noch bis zum Ende des Jahres 2014 veranstaltet werden.