Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Zwei Wetterhähne für die St. Martin-Kirche

Wieder aufgetaucht

RAESFELD Ein Kirchturm und zwei Wetterhähne. Unfreiwillig ist die katholische Kirche St. Martin zu zwei Wetterhähnen gekommen. Der verschwundene alte Hahn ist nämlich wieder aufgetaucht – ausgerechnet nachdem bereits eine Kopie angefertigt worden war.

von Von Rüdiger Eggert

, 19.04.2010

Zum Abschluss der Sanierungsarbeiten an dem Kirchturm sollte die neue Wetterfahne auf die Turmspitze gesetzt werden. Restaurator Werner Pätzke war mit dem neuen Vogel noch nicht vor Ort, als die Mitarbeiter der Gerüstbaufirma mit der Demontage des Gerüstes beginnen wollten. „Da liegt doch der Hahn. Auf was warten wir?“, fragten sich die Gerüstbauer. Fotoprofi Reinhard G. Nießing erkannte sofort das Fundstück: „Das ist der alte Hahn!“ Noch im Februar war Nießing über das Gerüst bis in die Turmspitze geklettert und hatte den Wettervogel aus der Nähe fotografiert.

Wer hat ihn dort hingelegt? Pfarrer Johannes Arntz konnte es nicht fassen: „Gut, dass er wieder da ist, aber witzig ist das nicht.“ Für Pfarrer Arntz ist das Thema Übermut und Vandalismus noch nicht zu Ende.„Es sind jetzt Kosten entstanden und der neue Hahn ist ja fertig gestellt“, so Pfarrer Arntz. Alle Beteiligten sind sich einig: Ein Scherz über dem man Lachen kann, sieht anders aus. „Wir haben uns schwer getan und uns für den Neuen entschieden und ärgern uns nun über die Kosten“, ist Kirchenvorstandsmitglied Stefan Büsken auch nicht begeistert über die Situation. Wer den Wetterhahn auf das Gerüst gelegt hat, und wann er das getan hat, wird sich wohl nicht mehr feststellen lassen. Die letzten Bauarbeiter waren am Donnerstag auf der Baustelle. Theoretisch kann der Vogel auch schon am Freitag auf das Gerüst gelegt worden sein. Jetzt hat die St. Martin-Kirchengemeinde zumindest einen Ersatzhahn.

In luftiger Höhe entschieden sich Architekt Karsten Kampshoff, der stellvertretende Kirchenvorstand Stefan Büsken, Restaurator Werner Päsken und Richard Sühling vom Heimatverein schließlich für die Kopie auf der Spitze. Der wieder aufgetauchte Hahn aus der Mitte des 19. Jahrhunderts bekommt stattdessen einen Ehrenplatz. Über den genauen Ort wird noch beraten.