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Rebellen verlassen Ost-Ghuta - Ende der Kämpfe in Sicht

Damaskus. Die Rebellen haben den größten Teil der syrischen Region Ost-Ghuta verloren. Jetzt stimmt eine der stärksten Milizen einem Abzug zu. Aktivisten werfen Russland den Einsatz von Brandbomben vor.

Nach wochenlangen heftigen Angriffen der syrischen Armee zeichnet sich im Kampf um die belagerte Region Ost-Ghuta ein Ende ab. Syriens Regierung und eine wichtige Rebellengruppe einigten sich auf einen umfassenden Abzug der Aufständischen, wie das syrische Staatsfernsehen meldete.

Demnach verlassen die Kämpfer eines der drei Gebiete Ost-Ghutas, die noch von Regierungsgegnern kontrolliert werden. Den Rebellen bliebe danach nur noch eine kleine Zone im Norden der Region nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus.

Aktivisten warfen Russlands Luftwaffe vor, den Ort Irbin in Ost-Ghuta mit Brandbomben angegriffen zu haben. Dabei seien am frühen Freitagmorgen 37 Zivilisten durch den Einsatz von „Napalmwaffen“ verbrannt, erklärte die Rettungsorganisation Weißhelme. Bei den meisten Opfern handele es sich um Frauen und Kinder. Fotos zeigten verbrannte Leichen. Die Vorwürfe ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen. Russland ist ein enger Verbündeter der Regierung.

Die Region Ost-Ghuta nahe der Hauptstadt Damaskus erlebt seit mehr als einem Monat die schwersten Angriffe von Regierungstruppen seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs vor rund sieben Jahren. Dabei sind nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mehr als 1600 Zivilisten ums Leben gekommen.

Die Armee und ihre Verbündeten konnten bereits mehr als 80 Prozent Ost-Ghutas einnehmen. Die Rebellen kontrollieren nur noch drei voneinander getrennte Gebiete. Gegner werfen der Regierung vor, sie wolle Ost-Ghuta so lange bombardieren, bis die Rebellen zur völligen Aufgabe gezwungen seien. Ein ähnliches Abkommen mit Rebellen hatte Syriens Armee Ende 2016 nach wochenlangen Kämpfen um die Stadt Aleppo im Norden des Bürgerkriegslandes getroffen.

Aus Armeekreisen hieß es, die neue Einigung sei unter russischer Vermittlung mit der Miliz Failak al-Rahman erzielt worden, die zu den stärksten bewaffneten Gruppen in Ost-Ghuta zählt. Die Islamisten beherrschen ein Gebiet im Westen der Region. Insgesamt sollen rund 7000 Menschen in den noch von Rebellen kontrollierten Nordwestens Syriens gebracht werden. Ein Sprecher der Miliz erklärte, Teil des Abkommens seien auch sofortige Hilfstransporte für Ost-Ghuta. Außerdem sollten auch Verletzte Ost-Ghuta verlassen dürfen.

Seit Donnerstag ziehen bereits Kämpfer der radikalen Miliz Ahrar al-Scham aus einem anderen Rebellengebiet Ost-Ghutas ab. Auch am Freitag verließen Busse mit mehr als 400 Kämpfern und deren Familienangehörigen die Stadt Harasta, wie Sana meldete. Insgesamt sollen 1500 Kämpfer von Ahrar al-Scham mit ihren Familien ebenfalls in den Nordwesten Syriens gebracht werden. In beide Teile Ost-Ghutas, die die Regierungsgegner nun aufgeben, soll Syriens Armee einrücken.

Sana meldete, auch am Freitag hätten wieder Tausende Zivilisten Ost-Ghuta verlassen. Die Menschen fliehen vor der Gewalt und einer dramatischen humanitären Lage. Durch die wochenlange Angriffe sind große Teile der Region zerstört. Zudem mangelt es an Nahrung und medizinischer Versorgung. Bereits in den vergangenen Tagen waren Zehntausende aus Ost-Ghuta in Gebiet unter Kontrolle von Regierungskräften geflohen. Die dortigen Aufnahmelager sind Hilfsorganisationen zufolge völlig überfüllt.

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