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Rebic schockt Bayern – Eintracht feiert Pokalsensation

Berlin. In einer turbulenten Schlussphase mit zwei Videobeweisen schafft Eintracht Frankfurt die Überraschung gegen den FC Bayern: Die Hessen bejubeln ihren ersten Pokal-Triumph seit 30 Jahren. Bayern-Coach Heynckes beendet seine große Karriere dagegen mit einer Enttäuschung.

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James Rodriguez (l) und Thiago beglückwünschen Robert Lewandowski (M) zu seinem Ausgleichstreffer. Foto: Peter Kneffel

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Wegen zündelnder Eintracht- und Bayern-Fans verzögerte sich der Beginn der zweiten Halbzeit. Foto: Arne Dedert

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Nach seinem Führungstreffer lässt sich Rebic von seinen Mitspielern feiern. Foto: Peter Kneffel

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Bayerns Niklas Süle (r) und Mats Hummel setzten den Frankfurter Ante Rebic (M) unter Druck. Foto: Soeren Stache

Als Niko Kovac und die Frankfurter Cup-Helden im Konfettiregen mit dem DFB-Pokal tanzten, waren Jupp Heynckes und die enttäuschen Bayern-Stars längst in den Katakomben verschwunden.

Mit einer Pokalsensation durch den 3:1 (1:0)-Sieg verbaute der künftige Münchner Coach Kovac, der vor den eigenen Fans Tränen vergoss, mit seiner Eintracht den Abschiedstriumph von Heynckes am Ende einer herausragenden Karriere. „Mit dem Ende nach so intensiven und auch guten acht Monaten ist die Stimmung in der Kabine natürlich am Boden“, sagte Bayern-Kapitän Thomas Müller. „Es ist extrem bitter.“

Heynckes sagte: „Im Sportlerleben gehören Siege und auch Niederlagen dazu. Heute war das eine vermeidbare Niederlage.“ Doppeltorschütze Ante Rebic war beim ersten Frankfurter Titelgewinn seit 30 Jahren der gefeierte Mann des Abends. Für die Hessen war es der fünfte Triumph im DFB-Pokal, der auch die Teilnahme an der Europa League bedeutet. „Wenn man zusammensteht, kann man alles schaffen. Das hat diese Mannschaft ausgezeichnet“, sagte Kovac. „Ich denke, unterm Strich haben wir nicht unverdient den Pokal geholt.“

Der Rekordsieger aus München um den erstmals seit acht Monaten als Reservist in den Kader zurückgekehrten DFB-Kapitän Manuel Neuer verpasste am Samstag in einem packenden Finale den 19. Titel im Cup-Wettbewerb. Bei den Bayern sorgte vor allem ein nach Videobeweis nicht gegebener Elfmeter kurz vor Schluss für Ärger. Vor 74.322 Zuschauern im stimmungsvollen Berliner Olympiastadion düpierte Rebic (11. Minute) den deutschen Fußball-Meister früh das erste Mal.

Nach dem Ausgleich durch Robert Lewandowski (53.) sprach vieles für einen Sieg der überlegenen Bayern, bis Rebic erneut zuschlug (82.). Nach dem ersten Torjubel musste die Eintracht lange bangen, ehe nach Rücksprache mit dem erstmals in einem Pokalfinale eingesetzten Videoassistenten doch das 2:1 gefeiert werden konnte. „Heute konnte man Geschichte schreiben, das haben die Jungs gemacht, sie haben sich verewigt“, sagte Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner.

In der Nachspielzeit wurde es vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw noch einmal turbulent: Nach erneutem Videobeweis entschied Schiedsrichter Felix Zwayer gegen Strafstoß für die Bayern. „Das ist für mich ein ganz klarer Elfmeter“, schimpfte Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Auch Kovac gab zu: „Da haben wir Glück gehabt, den kann man geben.“ Kurz vor Schluss machte Joker Mijat Gaćinović dann mit seinem Schuss ins leere Tor dann alles klar (90.+6).

Vor dem Anpfiff hatte Heynckes Kovac herzlich umarmt. Und in seinem großen Abschiedsspiel hätte der Grandseigneur beinahe schon früh jubeln können. Nach acht Minuten zirkelte Bayern-Torjäger Robert Lewandowski einen Freistoß von der Strafraumgrenze an die Unterkante der Latte. Von dort sprang der Ball aber deutlich ins Feld zurück.

Doch nur drei Minuten später schockte der Außenseiter den deutschen Meister. Die Hessen störten den Favoriten im Spielaufbau früh, nach einem Ballverlust von James Rodríguez schaltete Kevin-Prince Boateng blitzschnell um und schickte Rebic, der frei vor Bayern-Torhüter und Neuer-Vertreter Sven Ulreich ganz cool blieb und zum 1:0 einschob.

Der Bundesliga-Achte setzte die Vorgabe von Coach Kovac, der von seinem Team „100 Prozent“ gefordert hatte, konsequent um. Die Hessen standen hinten kompakt, spielten taktisch geschickt, mutig und hellwach und machten es den Bayern nach vorne enorm schwer.

Die Münchner erarbeiteten sich dennoch deutliche Vorteile und hatten durch den von einem Magen-Darm-Infekt genesenen Thomas Müller die Chance auf den Ausgleich. Der Kapitän köpfte nach einer Flanke von James aus dem Halbfeld knapp neben das Tor (17.). Joshua Kimmichs Kopfball strich ebenfalls knapp am langen Pfosten vorbei (24.).

Die Heynckes-Elf war die überlegene Mannschaft und hatte auch die größeren Chancen, doch das Frankfurter Konzept einer kompakten Defensive ging zunächst weiter auf. Die Bayern machten wie schon beim Halbfinal-Aus in der Champions League gegen Real Madrid vor einigen Wochen viel zu wenig aus ihren zahlreichen Tormöglichkeiten.

Nach einer Verzögerung wegen des Zündens von Pyrotechnik in beiden Fankurven kamen die Münchner besser aus der Pause und schafften durch Lewandowski den Ausgleich. Der Pole verwertete eine Flanke von Joshua Kimmich, der von der Grundlinie klug zurückgelegt hatte.

Der Rekordpokalsieger erhöhte nun den Druck. Heynckes brachte nach gut einer Stunde Offensivspieler Corentin Tolisso für Thiago. Und kurz darauf wäre der Franzose beinahe ganz frei zum Abschluss gekommen, doch Makoto Hasebe klärte in letzter Sekunde.

Die Münchner wollten die Partie unbedingt noch in der regulären Spielzeit für sich entscheiden. Beinahe hätte Lewandowski ein zweites Mal gejubelt, eine Hereingabe von James lenkte er am Tor vorbei (76.). Mats Hummels' Kopfball klatschte nur an die Latte (80.). Doch Rebic traf auf der Gegenseite. Die Eintracht musste kurz zittern, ehe Schiedsrichter Zwayer nach Videobeweis auf Tor entschied. In der Nachspielzeit machte Joker Gacinovic den Triumph endgültig perfekt.

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James Rodriguez (l) und Thiago beglückwünschen Robert Lewandowski (M) zu seinem Ausgleichstreffer. Foto: Peter Kneffel

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Wegen zündelnder Eintracht- und Bayern-Fans verzögerte sich der Beginn der zweiten Halbzeit. Foto: Arne Dedert

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Nach seinem Führungstreffer lässt sich Rebic von seinen Mitspielern feiern. Foto: Peter Kneffel

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Bayerns Niklas Süle (r) und Mats Hummel setzten den Frankfurter Ante Rebic (M) unter Druck. Foto: Soeren Stache

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