Recklinghausen: Künstlerin täuschte Holocaust-Biografie vor

Die Künstlerin Rosemarie Koczÿ hat nach Recherchen der Stadt Recklinghausen jahrelang eine Biografie vorgetäuscht, die sie als Opfer des Holocausts darstellte. Wie das Stadtarchiv am Mittwoch erklärte, habe die 1939 in Recklinghausen geborene und 2007 in den USA gestorbene Künstlerin vorsätzlich falsch angegeben, Jüdin und in einem Konzentrationslager gewesen zu sein. Zuvor hatten Deutschlandfunk Kultur und WDR berichtet.

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Recklinghausen

, 08.11.2017, 11:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Geschnitzte Figuren von Koczÿ in der Recklinghausener Kunsthalle. Foto: Caroline Seidel/Archiv

Geschnitzte Figuren von Koczÿ in der Recklinghausener Kunsthalle. Foto: Caroline Seidel/Archiv

Koczÿs Lebenslüge sei anlässlich einer Ausstellung von mehr als 100 Arbeiten aufgefallen, die sie der Stadt vermacht hatte. Ihr Name sei nicht im Opferbuch der Stadt verzeichnet, sagte der Leiter des Stadtarchivs, Matthias Kordes. Die Nachforschungen in Standesamts- und Melderegistern hätten belegt, dass Koczÿ keine Jüdin war, sondern ebenso wie ihre Eltern und Großeltern römisch-katholisch.