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Ruf nach einem Moderator im Moschee-Streit

DÜSSELDORF In der politischen Auseinandersetzung um den Neubau einer Großmoschee im Kölner Stadtteil Ehrenfeld soll jetzt ein „Moderator von außen“ vermitteln.Dafür hat sich gestern der Siegburger CDU-Landtagsabgeordnete Michael-Ezzo Solf ausgesprochen.

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Gegner des Baus der Moschee in Köln-Ehrenfeld demonstrieren vor der Stadthalle in Köln-Mülheim.

Im Kreuzfeuer der Kritik der Kölner CDU: NRW Integrationsminister Armin Laschet (CDU, r.) und der Kölner Bürgermeister Fritz Schramma (CDU).

Die Computergrafik zeigt eine Ansicht der geplanten Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld.

Solf ist Vorsitzender einer Parlamentarischen Arbeitsgruppe des Landtags (AG Islam-Dialog), die sich um einen Dialog mit den Muslimen in NRW bemüht. Ein Verzicht auf ein repräsentatives Gebetshaus, wie es die Mehrheit der Kölner CDU wünscht, könne von den Muslimen nicht verlangt werden, sagte er.

Landespolitiker aller Parteien haben Sorge, dass die Kontroverse um die Kölner Moschee sich auch andernorts in NRW negativ auswirken könnte. „Ich hoffe, dass das keine Schule macht“, sagte der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Christian Lindner.

Lindner gehört zusammen mit  Solf (CDU), Britta Altenkamp (SPD) und Monika Düker (Grüne) der Parlamentarischen Arbeitsgruppe „Islam-Dialog“ an, die insbesondere darum bemüht ist, einen geregelten islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache an den Schulen in NRW hinzubekommen.

Die Situation in Köln war am Dienstag eskaliert, als die Mehrheit einer CDU-Kreisversammlung sich gegen den Willen von OB Fritz Schramma und Integrationsminister Armin Laschet dafür ausgesprochen hatte, den bestehenden Entwurf für eine Großmoschee für 2000 Gläubige zu realisieren. Damit hat der seit längerem schwelende Streit, der mehrfach auch vom jüdischen Schriftsteller Ralph Giordano befeuert worden ist, einen vorläufigen Höhepunkt erreicht.

Altenkamp, die das Engagement Schrammas und Laschets ausdrücklich würdigte („bemerkenswert und richtig“), sagte, sie habe Sorge, dass jetzt die Diskussion in ihrem Wahlkreis Essen-Altendorf um den Bau einer Moschee „erst richtig losgehe“, falls die Essener CDU sich jetzt ebenfalls „wegducke“.

Aus diesem Grunde forderte sie den CDU-Landesvorsitzenden – also Jürgen Rüttgers – auf, Schramma und Laschet „beizuspringen“. Solf meinte, es sei falsch, angesichts der aufgeheizten Stimmung im Nachhinein „Öl ins Feuer zu gießen“.

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Gegner des Baus der Moschee in Köln-Ehrenfeld demonstrieren vor der Stadthalle in Köln-Mülheim.

Im Kreuzfeuer der Kritik der Kölner CDU: NRW Integrationsminister Armin Laschet (CDU, r.) und der Kölner Bürgermeister Fritz Schramma (CDU).

Die Computergrafik zeigt eine Ansicht der geplanten Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld.

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