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SPD und IG Metall fordern faire Leiharbeit

DÜSSELDORF Mit einem gemeinsamen Positionspapier „Leiharbeit Grenzen setzen“ wollen SPD-Landtagsfraktion und IG Metall wachsende Auswüchse in dieser boomenden Branche bekämpfen.

SPD und IG Metall fordern faire Leiharbeit

SPD-Parteichefin Hannelore Kraft tritt gemeinsam mit der IG Metall für faire Leiharbeit ein.

Es wurde jetzt von SPD-Partei- und Fraktionschefin Hannelore Kraft und Bezirksleiter Detlef Wetzel in Düsseldorf vorgestellt.

Nach Angaben der IG Metall gibt es bundesweit bereits eine Million Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, davon 230.000 in NRW, die von Zeitarbeitsfirmen beschäftigt werden. Diese Zahl sei in den vergangenen Jahren um über 300 Prozent gestiegen. In der Metall- und Elektroindustrie in NRW sei bereits jeder zehnte Beschäftigte Leiharbeiter, sagte ein Gewerkschaftssprecher.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Kernpunkte des Papiers sind Mindestlöhne in der Branche sowie der Grundsatz  „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“.

Mit ihrem gemeinsamen Positionspapier wollen IG Metall und SPD nicht grundsätzlich dieses Instrument infrage stellen, jedoch die negativen Auswüchse beschneiden. Das stellten NRW-Bezirksleiter Detlef Wetzel und SPD-Landeschefin Hannelore Kraft gestern in Düsseldorf klar.

Maximale Verleihzeit begrenzen

Neben den Hauptforderungen nach einem Leiharbeiter-Mindestlohn sowie der Durchsetzung des Grundsatzes „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ in den Unternehmen soll auch die maximale Verleihzeit eines Arbeitnehmers an einen Betrieb wieder begrenzt werden, nach dem Wunsch der IG Metall auf ein Jahr. Diese Befristung war erst 2003/2004 unter Rot-Grün abgeschafft worden. In den letzten Jahren habe dies aber zu Missbrauch geführt, sagte Wetzel. So seien nach Erhebungen der IG Metall unter 130 Firmen die Hälfte der Stammarbeitsplätze nur noch mit Leiharbeitern besetzt worden.

Nur zehn Prozent  "bleiben hängen"

Laut Wetzel betrage der so genannte „Klebeeffekt“, also dass Leiharbeiter als reguläre Kräfte in der Firma „hängen blieben“, lediglich zehn Prozent. Auch müsse ein Arbeitnehmer von seiner Zeitarbeitsfirma kontinuierlich und dauerhaft eingestellt werden und nicht nur auftragsbezogen. Diese Praxis führe ansonsten in eine „Tagelöhner-Gesellschaft“.

Auch aus europäischer Sicht seien die Leiharbeiter in Deutschland schlecht bedient, beklagten Kraft und Wetzel. „Wir sind die Geisterfahrer in Europa“, stellte der IG-Metall-Chef fest, da der Gleichbehandlungsgrundsatz in vielen europäischen Ländern viel besser verwirklicht sei.Kraft kündigte an, die Rechte von Niedrigverdienern auch in dem von ihr maßgeblich mitformulierten Leitantrag an den SPD-Bundesparteitag im Oktober in Hamburg einbringen zu wollen.

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