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Schauspielerin Renate Delfs mit 93 gestorben

Flensburg. „Donna Leon“ oder „Nicht von schlechten Eltern“: Die Flensburgerin Renate Delfs wurde in einem Alter TV-Star, in dem andere ans Aufhören denken. Mit 93 Jahren ist die Schauspielerin nun in ihrer Heimatstadt gestorben.

Schauspielerin Renate Delfs mit 93 gestorben

Renate Delfs 2014 vor ihrem Haus in Flensburg. Die Schauspielerin starb im Alter von 93 Jahren. Foto: Carsten Rehder

Die Schauspielerin Renate Delfs, bekannt aus TV-Produktionen wie „Adelheid und ihre Mörder“ oder „Der Landarzt“, ist tot. Sie starb bereits am Montag vergangener Woche im Alter von 93 Jahren in ihrem Haus in ihrer Geburtsstadt Flensburg, wie ihre Agentur am Dienstag mitteilte.

Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt. „Renate Delfs war eine großartige und liebenswerte Schauspielerin, mit viel Witz und Charme, die wir sehr vermissen werden“, erklärte die „Agentur 60plus“.

Buchhändlerlehre, zehn Jahre beim Verband der Spirituosenindustrie: Nach dem Krieg schlug sich Delfs jahrelang fern der Bühne durch. An ihr kurzes Theaterstudium in Jena noch während der NS-Zeit - „nicht mal ein ganzes Semester, dann mussten wir wieder zu den Fahnen“ - knüpfte sie so richtig erst nach dem Tod ihres Mannes wieder an. Damals, als junge Witwe mit drei Kindern, habe sich das Schauspiel zur „Lebensrettung“ entwickelt, erzählte sie einmal.

Nach einem ihrer ersten Fernsehauftritte an der Seite von Manfred Krug startete sie mit Mitte 50 durch. Schon damals spielte sie die Oma. In der Show „Am laufenden Band“ mit Rudi Carrell wurde die bis dahin als mütterliche Magd auf der niederdeutschen Bühne ihrer Heimatstadt Flensburg beheimatete Delfs erstmals einem größeren Publikum bekannt. Das war in den Siebzigern. Seitdem war Delfs in vielen Serien zu sehen. Von „Jauche und Levkojen“ über „Nicht von schlechten Eltern“, „Adelheid und ihre Mörder“, „Großstadtrevier“ und „Der Landarzt“ bis zur Donna-Leon-Verfilmung „Reiches Erbe“ und der Komödie „Ein Tick anders“ reicht die Palette.

Bei all ihren Rollen war die Mutter dreier Söhne immer sie selbst: „Ich wollte keinen kopieren, wollte solche Rollen haben, wie ich bin“, sagte sie rückblickend. „Ich bin so froh, dass ich das noch verwirklichen durfte.“

Zum Dreh von „Sohnemänner“ reiste sie in den Schwarzwald, zu „Donna Leon“ nach Venedig. Am liebsten war sie aber an der Förde, wo sie jahrelang Geschäftsführerin der Touristinformation war. Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin engagierte sich Delfs stark für den Erhalt
der plattdeutschen Sprache und insbesondere der Flensburger Mundart Petuh - einer Mischung aus Hochdeutsch, Plattdeutsch und Dänisch.
Mit der Schauspielerin Rike Schmid schrieb sie das Buch „Nimm mich mit nach Gestern“, das 2015 erschien.

Bis zuletzt beherrschte sie lange Monologe aus der „Jungfrau von Orleans“ und aus „Maria Stuart“ - Stücke, die sie überhaupt erst zum Schaupiel gebracht hatten. „Ich war eine Schiller-Schwärmerin.“

Zum Schluss arbeitete Delfs allerdings lieber für das Fernsehen als auf der Bühne. Nicht wegen der größeren Reichweite, sondern „weil man einen Text auch mal wiederholen kann“. Ihrer Heimatstadt blieb sie aber immer tief verbunden. Sie war Flensburgerin mit Leidenschaft - und 2015 die erste und bisher einzige Frau, die Ehrenbürgerin der Fördestadt wurde.

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