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Schermbeck und die VIPs

Fußball

SCHERMBECK Das Preußen-Stadion in Münster versprüht schon etwas mehr als einen Hauch vom großen Fußball. Es ist schon ein bisschen verständlich, dass die Verbandsoberen sich lieber in den VIP-Räumen an der Hammer Straße verwöhnen lassen, als in der Schermbecker Volksbank-Arena zu frieren.

22.04.2010
Schermbeck und die VIPs

Die Flutlichtanlage ist den Anforderungen der dritten Liga nicht mehr gewachsen.

Das Innere der Haupttribüne bietet einen Komfort, der sich sehen lassen kann. Mit dem Aufzug geht es hoch in die luxuriösen VIP-Räume, wo es den Gästen an Nichts fehlt. Die Presseleute finden ebenfalls einen angenehmen und auch mit allem technischen Zipp und Zapp ausgestatteten Arbeitsplatz mit viel Kaffee, Streuselkuchen und diversen Kaltgetränken. Kaum zu glauben, dass die Preußen nur eine Liga höher spielen als der SV Schermbeck. Das hat mindestens schon Zweitliga-Niveau, wenn nicht sogar mehr.

Ob das alles aber wirklich ein legaler Grund ist, kurzerhand das Heimrecht an die klassenhöheren Preußen zu vergeben und so der Stroetzel-Elf einen großen Nachteil zu bereiten, steht auf einem ganz anderen Blatt. Die Krombacher-Brauerei habe darauf bestanden, in Münster zu Spielen, ließ der FLVW verlauten. Dort gebe es mehr VIP-Räume. Und die waren augenscheinlich wichtiger als der Sport. Die vielen reservierten Plätze für die Brauerei und auch für die Verbandsoberen blieben zum größten Teil verwaist. Im warmen VIP-Raum vor einem gut gefüllten Teller war es angenehmer, als sich dem Sinn und Zweck der Veranstaltung auf der Tribüne zu widmen.

Die VIPs und andere Möchtegerns verpassten einen beherzt kämpfenden SV Schermbeck, der dem Regionalligisten viele Probleme bereitete. Es entwickelte sich zu einem Spiel der Preußen gegen Christoph Müller, der alles hielt. Drei Mal rettete sogar noch die Latte. Die Münsteraner Überlegenheit war allgegenwärtig. Die Schermbecker Hoffnung auf einen Sieg basierte nur auf der Tatsache, dass es bis zur 85. Minute noch 0:0 stand, und hatte mit den fußballerischen Realitäten wenig zu tun. Das soll nicht heißen, dass der SVS enttäuscht hätte. Das hat er ganz bestimmt nicht, aber zu gewinnen gab es wirklich nichts. Trainer Martin Stroetzel fasste es zusammen: „Wir hatten in 90 Minuten nur zwei Chancen. Davon hätten wir eine nutzen müssen, anders hat man hier keine Chance.“

Bitter war der Ausfall des Stürmers Seyit Ersoy, der in der 65. Minute mit einem Nasenbeinbruch ausfiel und lange fehlen wird. „Seyit hat eine große Nase, die braucht lange, bis sie wieder ganz ist“, nahm Stroetzel das ganze mit Humor. Bleibt zu hoffen, dass der SVS auch im nächsten Jahr wieder so weit kommt. Allerdings darf dann der Gegner nicht mehr Preußen Münster heißen, sonst ist das VIP-Essen wieder mehr wert als der Fußball!

Der SV Schermbeck hat den 18-jährigen Evans Ankomah-Kissi verpflichtet. Der kopfballstarke Innenverteidiger kommt aus der A-Jugend des VfB Hüls und wohnt nur wenige Kilometer entfernt vom Sportplatz des SVS. Kissi hat unter anderem in der Jugend für Schalke gespielt und hat Trainer Martin Strotzel überzeugen können. Der Verein freut sich auf einen weiteren jungen Spieler, der nahe bei Schermbeck wohnt.