Schnee statt Regen: Riesige Staus und Verspätungen

Wetter

Schnee und Eis haben NRW fest im Griff - und das wohl auch noch bis Mitte der Woche. Für Montag und die Nacht zum Dienstag kündigte der Wetterdienst bis zu zehn Zentimeter Neuschnee an. In einigen Städten war der Bus- und Bahnverkehr teilweise wieder eingestellt worden. Inzwischen läuft es wieder - mit Verspätungen. Auch auf den Autobahnen gibt es Hunderte Kilometer Stau.

NRW

, 11.12.2017, 14:18 Uhr / Lesedauer: 3 min
Dichter Schneefall färbte Dortmund - hier Lütgendortmund - am Montagvormittag wieder weiß. Der Winterdienst der EDG hatte auf Dortmunds Straßen einiges zu tun.

Dichter Schneefall färbte Dortmund - hier Lütgendortmund - am Montagvormittag wieder weiß. Der Winterdienst der EDG hatte auf Dortmunds Straßen einiges zu tun. © Stephan Schütze

Pendler und Reisende müssen in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens weiter mit erheblichen Verkehrsbehinderungen durch Schnee und Eis rechnen. Für die Nacht zum Dienstag kündigte der Deutsche Wetterdienst (DWD) erneut Schnee und Glätte an. Der Winter macht dann auch am Mittwoch weiter. Erst am Donnerstag wird es der Prognose zufolge mit sieben bis acht Grad wesentlich milder.

Am Montag fielen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes am Niederrhein, im nördlichen Ruhrgebiet und im Münsterland bis zu zehn Zentimeter Neuschnee. Auf den Autobahnen zwischen Moers und Bochum, Duisburg und Dortmund gab es am Mittag bereits lange Staus. Im Kreis Soest passierten acht Unfälle bei dichtem Schneetreiben. Ein Wagen überschlug sich, der Fahrer wurde aber nur leicht verletzt. Mehrfach blockierten querstehende Lastwagen die Straßen im Land.

Hier geht es zur Warnkarte des Deutschen Wetterdienstes.

Auch die Deutsche Bahn hatte erneut Probleme durch vereinzelte Weichenstörungen infolge des Schneefalls, wie ein Sprecher sagte. Am Wochenende hatte heftiger Schneefall in ganz NRW zu Chaos im Streckennetz geführt. Hunderte Verbindungen waren aufgrund vereister Weichen und abgebrochener Äste gestört gewesen oder ausgefallen.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt in Duisburg rechnete mit ersten Hochwasserlagen auf dem Rhein. Am Wochenende werde in Köln voraussichtlich die Hochwassermarke 1 um etwa 30 bis 70 Zentimeter überschritten. Die Marke liegt bei 6,20 Meter. Dadurch seien leichte Einschränkungen für den Schiffsverkehr möglich, sagte ein Sprecher. Grund sind starke Schneefälle und Niederschläge am Ober- und Mittelrhein. Nach dem Wochenende fallen die Pegel aber wieder.

So sah es in den einzelnen Städten aus:

Dortmund: Die DSW21 meldet Verspätungen und Ausfälle auf den Linien 430, 431, 432, 433, 434, 462 und 482. Das gilt vorerst bis in die Nacht zu Dienstag.

Bochum/Gelsenkirchen: Die Bogestra hatte den Busbetrieb zwischenzeitlich eingestellt. Inzwischen läuft er wieder. Im Bereich Hattingen und Witten komme es noch vermehrt zu Ausfällen und Behinderungen durch vereiste Fahrbahnen, so die Bogestra. Auch bei den Straßenbahnen ist mit erheblicher Verspätung zu rechnen.

Castrop-Rauxel/Kreis Recklinghausen: Die Herner HCR wurde den Busverkehr zwischen 12 und 14 Uhr komplett eingestellt. Betroffen waren die Linien 341, 347, 351, 311 und 324. Inzwischen sind die Busse wie auch die der Vestischen wieder unterwegs, allerdings gibt es Verspätungen.

Essen:Aufgrund der Witterungs- und Straßenverhältnisse kommt es auf allen Straßenbahnlinien zu Verspätungen . Der Busbetrieb der Ruhrbahn GmbH wurde wieder aufgenommen - es kommt weiterhin zu Verspätungen mit bis zu 60 Minuten, heißt es auf der Website der Ruhrbahn.

Kreis Unna: Die VKU meldet, dass im Kreis Unna alle Linien bis auf kleinere Verspätungen wieder pünktlich fahren.

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Im Kreis Coesfeld kommt es aufgrund starker Schneefälle zu Verspätungen auf den RVM-Linien. Seit dem Abend beruhige sich die Lage im Münsterland laut der Website der RVM wieder.

Kreis Warendorf:Im gesamten Kreis Warendorf kommt es auf zahlreichen Linien der RVM zu Verspätungen von bis zu 20 Minuten. Auf der Linien R73 kann die Strecke zwischen Osttor und Beese in Beckum nicht befahren werden.

Kreis Borken und Steinfurt: Verspätungen von bis zu 35 Minuten.

Auch Autofahrer müssen sich gedulden

Für Pendler mit dem eigenen Auto, sieht es am Abend nicht viel besser aus. Die Autobahnen sind voll und verstopft. Von der A3 zwischen Kreuz Ratingen-Ost und Oberhausen-Holten werden 20 Kilometer Stau gemeldet, es dauert gut 45 Minuten länger. Auf der A40 zwischen Dortmund und Bochum dauert es 90 Minuten länger, der Stau ist hier 20 Kilometer lang. Betroffen sind auch zahlreiche andere Autobahnen im Ruhrgebiet und im Rheinland.

 

Wochenende war bereits chaotisch

Am Wochenende hatte heftiger Schneefall in ganz NRW zu Verkehrsunfällen und zu Chaos auf Straßen und Bahnstrecken geführt. Im gestörten Zugverkehr sei das Hauptproblem durch Weichen entstanden, die vom Schnee zugesetzt waren, sagte Sprecher Dirk Pohlmann. „Bei sehr pappigem Schnee schaffen es auch die Heizstäbe nicht, die Weichen beweglich zu halten.“ Räumkräfte müssten in solchen Fällen anrücken und die Weichen freischaufeln. Zudem habe die Schneelast mancherorts Bäume umstürzen lassen und Äste abgebrochen, die Bahnstrecken blockierten. Hunderte Verbindungen waren am Sonntag gestört oder ganz ausgefallen.

In der Nacht zu Montag beruhigte sich die Lage dann wieder. Der Berufsverkehr lief relativ ruhig, bevor am Mittag wieder neuer Schneefall einsetzte.

Mit Material von dpa

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