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Schockwelle fürs Depot

FRANKFURT AM MAIN Die Immobilienkrise in den USA hat in den vergangenen Tagen für reichlich Wirbel gesorgt. Ihre Schockwellen sind bereits in den Depots deutscher Kleinanleger zu spüren. Die wichtigsten Fragen und ihre Antworten.

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Schockwelle fürs Depot

Börsenmakler Dirk Müller verfolgt auf seinem Monitor an der Frankfurter Wertpapierbörse die Aktienkurse. Die waren in den vergangenen Tagen äußerst labil.

Was hat es mit der Immobilienkrise in den USA auf sich?Ein Haus zu besitzen ist für US-Bürger so selbstverständlich wie ein Auto. Doch zuletzt bekamen selbst Geringverdiener, die sich eigentlich kein Haus leisten können, hohe Kredite. Nun, wo die Kreditzinsen steigen und die Hauspreise fallen, können viele ihre Darlehen nicht mehr zurückzahlen. Das stürzte einige Geldgeber in Finanznöte.

Was hat diese Krise mit deutschen Anlegern zu tun?Die amerikanischen Geldgeber haben viele dieser Ramschkredite gebündelt - so genannte Asset Backed Securities (ABS) - und an andere Banken, Fondsgesellschaften und Versicherungen weltweit weiterverkauft. Die haben entweder selbst mit den Risikopapieren, die eine hohe Rendite versprachen, spekuliert, oder ihre Fonds damit aufgepeppt.

Wer also sein Geld in Bank- oder Versicherungsaktien, ABS- oder Hedgefonds investiert hat, dem drohen nun Verluste. Einige Fonds wurden bereits vorübergehend geschlossen, um einen Ausverkauf zu verhindern.

Soll ich vorläufig aus Aktien und Fonds aussteigen oder die Krise aussitzen? Viele, vor allem kurzfristig orientierte Anleger, versuchen derzeit, die Gewinne der vergangenen Monate mitzunehmen. Daran ist nichts falsch. Häufige Käufe und Verkäufe schmälern aber wegen der Ordergebühren die Rendite. Wer langfristig Geld angelegt hat, kann kurze Einbrüche aussitzen.

Lohnt sich der Einstieg nach dem Kursverfall schon wieder? Eine alte Börsenweisheit lautet, niemals in das fallende Messer zu greifen, also nicht zu kaufen, solange die Kurse im Sinkflug sind. Das Problem ist nur: Niemand weiß vorher, wann der freie Fall aufhört. Immer den richtigen Zeitpunkt zum Ein- und Ausstieg zu erwischen, ist praktisch unmöglich. Analysten raten derzeit zur Vorsicht. Dennoch sind die meisten optimistisch, dass die Kurse bis Jahresende wieder anziehen.

Wo ist mein Geld in Sicherheit und wirft trotzdem etwas ab? 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Als geschützter Hafen bieten sich derzeit aber neben Staatsanleihen und Pfandbriefen auch Tages- oder Festgeldkonten an, die zum Teil mit Zinsen um die vier Prozent locken.

Werden auch in Deutschland die Immobilienpreise fallen? Eher nicht. Anders als in den USA sind die Immobilienpreise in Deutschland in den vergangenen Jahren weitgehend stabil geblieben, mancherorts sogar gesunken. Flaut der wirtschaftliche Aufschwung aber ab, drückt das auf die Preise für Häuser und Wohnungen.

Steigen auch in Deutschland die Kreditzinsen? Das hängt vor allem von der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB, Frankfurt) ab. Steigt der Leitzins, verteuern sich die Kredite. Zuletzt sank der durchschnittliche Effektivzins für einen zehnjähriges Immobiliendarlehen nach Angaben der FMH Finanzberatung jedoch leicht auf 5,13 Prozent, für ein fünfzehnjähriges Darlehen auf 5,30 Prozent.

Im Gegensatz zu den US-Finanzierern vergeben deutsche Banken Hypothekenkredite zudem nach deutlich strengeren Kriterien. Dennoch gibt es Befürchtungen, die Krise könne zu einer Kreditklemme führen, was die hiesigen Darlehen verteuern könnte. 

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