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196 Mitarbeiter müssen Hoesch verlassen

Stellenabbau

SCHWERTE Das Zahlenwirrwarr hat ein Ende: Nicht 300, nicht 240 – 196 Mitarbeiter müssen das Unternehmen Hoesch Schwerter Profile verlassen. „Damit sind wir für die Zukunft wieder gut aufgestellt“, betonte Geschäftsführer Burkhard Staat.

von Von Nicole Giese

, 08.04.2010
196 Mitarbeiter müssen Hoesch verlassen

Die Geschäftsführer Burkhard Staat und Pierre Münch sowie Betriebsratsvorsitzender Hubert Köchling und Marketingleiter Klaus Hedding (v.l.) stellten die Pläne vor.

Walz-, Zieh- und Presswerk sowie die Verwaltung sind von den Einsparungen gleichermaßen betroffen. Über die Osterfeiertage hatten die betroffenen Mitarbeiter die Unterlagen erhalten, nachdem am Donnerstag Sozialplan und Interessenausgleich unterzeichnet worden waren (wir berichteten).

In drei Betroffenen-Versammlungen wurden gestern die Details der Vereinbarung erläutert. 157 Mitarbeitern wird die Möglichkeit geboten, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. In der Personalentwicklungs- und Arbeitsagentur GmbH (PEAG) erhalten sie zwischen 80 und 87 Prozent ihres bisherigen Gehaltes. Rund neun Millionen Euro kostet Hoesch der Sozialplan. Die Mitarbeiter können bis zu zwölf Monate in der PEAG bleiben und sich in dieser Zeit um eine neue Beschäftigung kümmern.Profiling-Gespräche Um diese Suche zu erleichtern, finden in der kommenden Woche so genannte Profiling-Gespräche statt. Zu festen Terminen werden in einem einstündigen Gespräch die Qualifikationen der Mitarbeiter ausgearbeitet, um passende Stellen zu ermitteln. Zusätzlich wird die Agentur für Arbeit mit einer Mini-Agentur vor Ort sein. Bis Freitag müssen die Mitarbeiter entscheiden, ob sie in die PEAG wechseln wollen. Wer dies nicht tut, wird betriebsbedingt gekündigt. Für 39 Mitarbeiter aus dem Wegebauprogramm, einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, endet ihr Vertrag automatisch im Juli 2011.Verzicht auf Urlaubs- und Weihanchtsgeld „Es waren natürlich emotionale Versammlungen“, betonte Geschäftsführer Staat. Die Fluktuation im Unternehmen ist gering, die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei 26 Jahren, das Alter bei 47 Jahren. „Sollte wieder Personalbedarf bestehen, werden wir als erstes Mitarbeiter aus der PEAG zurückholen“, betonte er. Staat ist überzeugt, dass das Unternehmen mit der verbleibenden Mannschaft wieder in die Gewinnzone kommen kann. Ende 2012 ist angepeilt. Dafür leisten auch die bleibenden Mitarbeiter ihren Beitrag. Der neue Tarifvertrag ist bereits ausgearbeitet. Sie verzichten auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Urlaubstage und leisten Mehrarbeit.Entscheidung über Landesbürgschaft Jetzt warten alle nur noch gespannt auf die Sitzung des Bürgschaftsausschusses am 15. April, der über die Vergabe einer Landesbürgschaft an Hoesch entscheidet. Von diesem Schritt haben die beteiligten Banken ihre Zusagen abhängig gemacht.