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Aus Spaß ein Freiherr vom Hochsitz

HENNEN Die Geschäftspartner eines "Freiherrn vom Hochsitz" müssen schon einen exquisiten Geschmack haben. Ein 850-Euro-Präsentkorb mit Kaviar und allem Schnick und Schnack scheint da angemessen. Adelstitel machen eben etwas her.

von Von Reinhard Schmitz

, 11.03.2008

Jeder Grundschüler wäre über den unmöglichen Adelstitel gestolpert, den sich Rolf Ständeke als Pseudonym hinzugefügt hatte. Nur nicht das Werbe-Unternehmen mit seinem Katalog für Premium-Kunden. "Dabei hatte ich die Firma nie kontaktiert", ging sie dem Hennener voll auf den Leim. Denn der fand bestätigt, was er vorher schon ahnte: "Adressen werden ohne unser Wissen weitergegeben oder verkauft."

Handgemachte Marken

Um diese Vermutung zu testen, tippte der 63-Jährige noch mehr spaßige Namen ein, wenn er im Internet Prospekte bestellte: "Ich habe sie einfach in die Felder für Titel und Firma eingegeben." Und siehe da: Postwendend brach eine wahre Sendungsflut über Rolf Maria von Ständeke, das Landgut vom Hochsitz und sogar über den "Herrn Wanderprediger" Ständeke herein. "Dabei hat der doch bestimmt keinen festen Wohnsitz mit Adresse", lacht der Rentner, dem bei seiner Aktion nur der Titel Papst heilig war.

In Bestätigung des Mottos "Der Titel bringt die Mittel" überboten sich die Firmen mit Werbegeschenken, die Otto Normalverbraucher wohl niemals zu sehen bekäme. "Ich habe von den angebotenen Sachen vom Kugelschreiber bis zum DVD-Player nie etwas angenommen", stellt Ständeke klipp und klar fest: "Ich wollte nur wissen, wie die antworten."

Helle für lau

"Helle für lau" heißt es schließlich nur, wenn Ständeke bei seinen Auftritten im Hennener Karneval bejubelt wird. Seit 25 Jahren ist er aus den Prunksitzungen der Kolpingsfamilie nicht wegzudenken. Zuerst als Schlafmütze, später als Helle-Schelm und zuletzt mit Sohn Frank als Duo Ohrenschmalz bewies er viele Facetten seines humorigen Einfallsreichtums.

Endgültig als Spaßvogel abgestempelt war Ständeke, als er vor einigen Jahren die Post mit handgemachten "Briefmarken" hereinlegte. Egal ob ein Zeitschriften-Bild von Harald Schmidt oder Claudia Schiffer aufgeklebt und mit dem Kuli umschlängelt wurde: Die Beamten drückten anstandslos ihr Dienstsiegel drauf.

"Deutsche-Hunde-Post" machte keinen stutzig

Nicht einmal bei den Tibet-Terriern der "Deutschen Hunde-Post" wurden die Hüter der Stempel stutzig. Lediglich dem Unterwäsche-Modell wurde der Adelsschlag verwehrt. Eine Aktion, über die in der damaligen Harald-Schmidt-Show "Psst" die ganze Nation lachte. "Das war ?ne tolle Sache", schmunzelt Ständeke. Doch ist sie ebenso Schnee von gestern wie die Titel-Geschichten: "Ich höre jetzt auf damit." Mal sehen, was als nächstes kommt - spätestens wohl zur Karnevalszeit.

 

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