Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Besucher als Erbsenzähler

Zweite Kunstmeile lockte Gäste in Scharen in die Mühlen- und Kötterbachstraße

14.05.2007

Keines gleicht dem Anderen, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Doch dabei bleibt es nicht. Dass die Evolution auch in der Kunst stetig voranschreitet, bewies Horst Engel auf der Kunstmeile, die sich gestern über Mühlenstraße und Kötterbachstraße erstreckte. In seinem Pavillon lud er zum weltweit ersten Erbsenzählen ein. Der jeweilige Erbsenzähler lässt eine der Hülsenfrüchte in ein Fass fallen und hält dies anschließend auf einer Strichliste fest. ?Warum muss Kunst immer ernst sein??, fragte Engel: ?Für mich ist Kunst Humor, und es darf ruhig auch mal ironisch und satirisch werden.? Deshalb präsentierte er unter dem Motto ?Kunst zum geistigen Selbstverzehr? zum Beispiel fünf männliche Puppenfiguren mit zugeklebten Mündern unter dem Titel ?das Schweigen der Männer?. Eine Holzbank, mit Vogelkörnern bestreut, kam als ?Samenbank? daher. Mit seinen außergewöhnlichen Ideen passte Engel in das Kriterienraster, das Veranstalterin Erika Neviandt-Neumann sich selbst für ihre Aussteller gesetzt hat. ?Es muss niveauvolle Kunst sein und soll auch professionell sein?, so die Malerin, die auch selbst einige ihrer Bilder ausstellte. Die in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfindende Kunstmeile verbuchte sie als Erfolg: ?Wir haben 23 Aussteller mehr als im letzten Jahr, und der große Besucherandrang verweist auf großes Interesse.? Auch die klassischen Disziplinen erfreuen sich großer Beliebtheit. Schmuckstücke, abstrakte und realistische Gemälde, Bildhauereien und Plastiken belebten die Altstadt mit Farbe und Fantasie. Handwerklich und robust wurde es bei Leo Pira. Der ehemalige Schwerter und nun in Unna wohnende Kunstschmied bot ?Design mit Steel? an. Aus Stahl, Edelstahl, Stein und Holz entstanden Fenstergitter, Kerzenleuchter oder auch ein imposanter Thron. Dieser soll aber nicht zum Sitzen einladen: ?Er dient eher als repräsentative Dekoration. Ich habe ihn schon an zwei Tattoostudios und an einen Fotografen verkauft?, verriet Pira. Das vielseitige Angebot auf der Kunstmeile bewies wieder, dass sich in der Kunst erlaubt ist, was gefällt. jaq

Lesen Sie jetzt