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Blut und eine aufgespießte Plastik-Taube

SCHWERTE Alter Schwede! Carl Einar Häckner ist krass drauf. Er spießt Tauben auf, erzählt von seinem Kindheits-Trauma Nena Kerner und verlässt die Bühne am Ende blutüberströmt.

von Von Thomas Backs

, 09.03.2008
Blut und eine aufgespießte Plastik-Taube

Schräge Grimassen zu schräger Zauberei: Carl Einar Häckner in der Rohrmeisterei.

Rabenschwarzer Humor war angesagt, als der Skandinavier am Samstag bei den 46. Schwerter Kleinkunstwochen in der Reihe "Zauber, Magie und schwarze Nächte" mit seinem Programm "Chili Con Carne" zu Gast war.

Der selbst ernannte "Einsamunterhalter" begrüßte die Ruhrstadt zu den Klängen von Abbas "Dancing Queen". Mit langer Heavy Metal-Mähne und bekleidet im Elvis-Outfit. Was folgte, waren 90 Minuten Trash-Zauberei und Sternstunden des schlechten Geschmacks.

"Soll ich mir diese Gabel ins Auge stechen?", fragte er das Publikum mehrfach, um es dann am Ende einfach zu tun.

Mal eben, zwischen aufgespießten Plastiktauben und dem Winseln des Ausbrecherhundes Hundini, der in einer Holzkiste verendete. "Ich bin berühmt in Schweden. In meiner Nachbarschaft", klärte er das Publikum auf, bei dem er ein geteiltes Echo fand: Viele waren von seiner Chaos-Show und seinem hysterischen Lachen begeistert. Aber einige wussten mit dieser Freakshow nicht so viel anzufangen. Sympathiepunkte hat Carl Einar Häckner an diesem Abend aber viele gesammelt.

"Ich denke, ich bin supergut. Ich mache Hochunterhaltung", gab er den Stimmzettel-Ausfüllern mit auf den Weg. Bekleidet im schwarzen Frack hatte er an "die großen deutschen Komponisten" Scorpions und Nena erinnert.

99 Luftballons

Und von seinem Kindheitstrauma mit den 99 Luftballons erzählt. "Ich war damals 13 Jahre alt. Nena hatte so viele schwarze Haare. Unter ihren Armen." Damit kam der kleine Carl Einar schon in den 80-ern nicht zurecht Geliebt hat er Nena trotzdem.

So wie das schwedische Eishockey. Zur offiziellen Hymne der Kufenkünstler verließ er mit blutigem Haupt die Bühne. Die Farbe stammte von Fabian, der bei der "verschwindender Mensch-Nummer" sein Opfer war.

Übrigens: Mit der Mundharmonika hatte Carl Einar seine Probleme: Blasen musste er das Instrument, als es ihm quer im Mund steckte. Zuvor sang er "I just called to say I love you." Mit zugetackerten Augen.

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