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Der Baum, der übrig bleibt

ERGSTE Zwei Wochen lang sägt er den ganzen Tag Weihnachtsbäume ab. Erst gestern nahm Ludger Böhle sich sein Exemplar mit nach Hause, um am Ende dann doch unter einem fremden Baum zu feiern.

von Von Patrizia Carlucci

, 23.12.2007
Der Baum, der übrig bleibt

Wenn noch einer übrig ist, schnappt sich Weihnachtsbaumverkäufer Ludger Böhle am letzten Tag des Verkaufs eine Nordmann-Tanne für sein Wohnzimmer.

Böhle verkauft auf etwa einem Hektar Land auf dem Bürenbruch Weihnachtsbäume. 1985 ist er, gemeinsam mit Bruder Matthias, ins Geschäft eingestiegen, nachdem der Vater jahrelang den Verkauf geleitet hat. Und auch wenn er den ganzen Tag mit schön gewachsenen Tannenbäumen zu tun hat, Ludger Böhle selbst hat sich erst am Sonntag einen zugelegt. „Wenn man zwei Wochen lang nur Bäume sieht, ist es einem letztlich egal, welcher dann im eigenen Wohnzimmer steht“, gesteht er. „Ich nehme mir immer spontan einen mit. Am liebsten eine Nordmanntanne – wenn eine übrig bleibt...“ Nordmanntanne immer beliebter Rotfichten, Nordmanntannen und Blaufichten. Jedes Jahr gibt es ab dem zweiten Advent bei den Böhles alles, was das Weihnachtsbaumherz begehrt. „Am gängigsten ist die Blaufichte, die riecht sehr gut. Die Nordmanntanne wird immer beliebter, und die Rotfichte kauft kein Mensch mehr“, erklärt Matthias Böhle. Vierjährig bekommen die Böhles ihre Zöglinge aus einer Baumschule im Münsterland. Etwa sechs Jahre haben sie dann Zeit zu wachsen, denn am beliebtesten sind Christbäume zwischen zwei und 2,50 Metern.Idealer Baum ist kegelförmig Kegelförmig ist der ideale Weihnachtsbaum, gleichmäßig gewachsen und schön dicht. „Manche haben aber auch eine Vorliebe für außergewöhnliche Formen“, weiß Ludger Böhle. Neulich noch habe jemand einen großen Kugelbaum gekauft, von dem die Brüder dachten, dass er bald als unvermittelbar in den Schredder müsse. Der Böhle-Baum wird heute von Ludger Böhles Frau Ulrike geschmückt, „mit Strohsternen dieses Jahr“. Aber wer glaubt, dass Ludger Böhle mit Frau und Kindern dann auch unter diesem Tannenbaum die Geschenke auspackt, liegt falsch: Es geht zu den Eltern des 41-Jährigen. Dort gibt es Raclette und einen Weihnachtsbaum, der vor nicht allzu langer Zeit die große Säge der Böhle-Brüder zu spüren bekommen hatte. Etwas Wasser in den Ständer geben Weihnachtsbaumtipps vom Profi: „Auch auf den letzten Drücker kann man seinem Weihnachtsbaum noch Gutes tun! Etwas Wasser im Christbaumständer freut den ehemaligen Waldbewohner sehr. Wer den Baum vor die Heizung gestellt hat, sollte lieber noch einmal umbauen. Wärme schadet und führt zu Nadelverlust (bei Nordmanntannnen gilt das nicht!).“

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