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Der Markt regelt den Milchpreis

SCHWERTE Den Kühen auf dem Hof von Doris und Helmut Mikus macht es nichts aus, wie teuer ihre Milch verkauft wird. Für alle anderen, vom Bauern bis zum Verbraucher, ebbt die Debatte um die Preise der Produkte nicht ab.

von Von Jürgen Koers

, 31.08.2007
Der Markt regelt den Milchpreis

Familie Mikus: (v.l.) Doris, Sarah und Helmut.

Ein (Milch-)Tropfen auf den heißen Stein dürften die paar Cents mehr sein, die Bauern jetzt von den Molkereien zusätzlich erhalten. „Schon seltsam, dass die Produzenten, nicht auch den Preis bestimmen können“, wundert sich Doris Mikus.

 32 Cents sind es, die für den Liter Milch – inklusive Mehrwertsteuer und Bonitäten – überwiesen werden. 1000 Liter täglich geben die Kühe der Milchbauern aus Rheinen.

Landwirte bekommen nicht viel ab

„Von den massiven Anstiegen wie zuletzt bei der Butter bekommen wir nicht viel ab“, erklärt Mikus. Wo das Geld bleibt? „Ich weiß es nicht“, erklärt sie offen. Allein die Molkereien und den Zwischenhandel zu beschuldigen, führe nicht ans Ziel. Von fragwürdigen Protestaktionen nach dem Motto ‚Die Verbraucher sind böse' hält sie nichts. Jeder kaufe so preiswert ein wie möglich.

Eine steigende weltweite Nachfrage, leere Depots, und schon kletterte der Preis für ein Paket Butter über Nacht um 50 Prozent, liegt jetzt auf dem Preisniveau wie 1984. Milchpulver hat sich um 300 Prozent verteuert. „In den vergangenen zehn Jahren ist die Milch immer billiger geworden“, berichtet Rewe-Chef Wolfgang Hannig.

Einzehandel gibt Erhöhung weiter

 62 Cent kostet der Liter Vollmilch, auch im Discounter. Bei der Markenmilch sind es bereits 99 Cent. Der Einzelhandel betont, dass er die Erhöhung beim Einkauf nur weitergibt. „Wir müssen da mitziehen“, sagt Frank Jokschies, Marktleiter im Edeka in Ergste.

„Käse ist zum Teil schon 20, 30 Cent teurer. Ähnlich wird es auch bald beim Quark kommen“, weiß dessen Kollege Martin Humpert aus Westhofen. Einen „Preishorror“ (O-Ton Humpert) wie zuletzt bei der Butter stehe aber nicht an, wenn heute der neue Kontraktzeitraum beginnt. Sukzessive Aufschläge sind wahrscheinlich.

Wachsen oder weichen

Was dann bei den Erzeugern finanziell ankommt, bleibt offen. In der bäuerlichen Landwirtschaft werden weiter Existenzen bedroht sein. „Wachsen oder weichen“, meint Mikus. Von staatlicher Regulierung möchte sie sich nicht abhängig machen. Sie verlässt sich für ihre Planungssicherheit lieber auf sich selbst. Und setzt darauf, dass die Kühe weiter fleißig liefern. Denn denen sind die Preise egal.

 

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