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Die Frau an der Spitze der JVA Ergste

ERGSTE Eine Zwangswohngemeinschaft von 380 Männer und überwiegend männliche Bedienstete. Dennoch steht mit Gabriele Harms eine Frau an der Spitze der JVA Ergste. Redakteur Heiko Mühlbauer sprach mit ihr über Gewalt und Therapiechancen.

04.03.2008
Die Frau an der Spitze der JVA Ergste

Gabriele Harms, Leiterrin der Justitsvollzugsanstalt in Schwerte Ergste im Interview.

Deutschlands Gefängnisse sind derzeit so voll wie noch nie, ist das auch ein Problem in Schwerte? Harms: Wir haben 362 Plätze. Momentan sind hier aber 380 Männer. Das ist natürlich eine schwierige Situation, weil Hafträume mit mehreren Gefangenen belegt werden müssen.Sorgt das auch für Gewalt? Harms: Zum Glück haben wir kein größeres Problem mit Gewaltdelikten. Aber klar, Enge fördert Gewalt und ist ein Problem im Vollzug. Durch den Neubau einer Haftanstalt in Wuppertal erwarte ich aber eine Entspannung der Gesamtlage.Wären private Haftanstalten, wie es sie in anderen Bundesländern gibt, da eine Hilfe? Harms: Nein. Private Anstalten sind nicht zuletzt Privatunternehmen, die wirtschaftlich arbeiten. Das widerspricht dem Auftrag des Strafvollzuges, der Resozialisierung. Außerdem gibt es juristische Probleme. Privatleute dürfen nicht in Rechte der Inhaftierten eingreifen.Sie haben unlängst festgestellt, dass immer mehr junge Gefangene beziehungslos leben, wie kommt das? Harms: In der Gesellschaft ist zu beobachten, dass immer mehr jüngere Menschen unverbindlich leben. Verabredungen werden kurz vorher per SMS absagt, Verpflichtungen nicht übernommen. Zu diesem gesellschaftlichen Trend kommt bei vielen noch eine persönliche Geschichte hinzu, die von Gewalt, Vernachlässigung und Drogenproblem geprägt ist. Wer z. B. auf der Straße gelebt hat, nimmt seine Überlebensstrategie auch mit ins Gefängnis.Wie viel Sicherheit und wie viel Behandlung braucht eigentlich eine moderne Haftanstalt? Harms: Wir arbeiten nach dem Leitsatz: „So viel Behandlung wie möglich, so viel Sicherheit wie nötig.“ Sicherheit zeigt sich in Technik, in klaren Regeln, Strukturen und in sozialer Sicherheit, wie Kommunikation, Arbeit, Freizeit. In diesem Rahmen findet Behandlung statt.Das komplette Interview lesen Sie am Mittwoch in der Printausgabe der Ruhr Nachrichten.

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