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Dieter Bonacker Unternehmer des Jahres

SCHWERTE Zum achten Mal küren die Schwerter Ruhr Nachrichten den „Unternehmer des Jahres“. Eine Jury hat Dieter Bonacker zum „Unternehmer des Jahres 2007“ gewählt.

von Von Heiko Mühlbauer

, 30.12.2007

Mit dieser Auszeichnung soll das Wirken von Menschen gewürdigt werden, die Arbeitsplätze schaffen und sichern, die sich der Ausbildung junger Leute widmen und die Treue zum Standort Schwerte beweisen. Die Auszeichnung soll aber auch Anerkennung sein für die Mitarbeiter, ohne die der Erfolg des Unternehmens nicht möglich wäre. Die offizielle Ehrung ist am 1. Februar.

Alles wegen 50 Mark?

Wenn sein Chef 1972 etwas großzügiger gewesen wäre, würde Dieter Bonacker vielleicht heute noch Büromaschinen reparieren. Weil er aber nach bestandener Meisterprüfung statt der verlangten 100 Mark im Monat nur 50 Mark Aufschlag angeboten bekam, machte sich der Büromaschinenmechaniker-Meister selbstständig. „Mit 5000 Mark auf dem Konto, einem Buckel-VW und meiner Werkzeugtasche“, schmunzelt er heute. Denn heute ist Bonacker sen. Chef von 19 Mitarbeitern und Inhaber der gleichnamigen Digitaldruck-Firma im Gewerbegebiet Nattland.

Doch bis der Hagener zum Pionier in dem Gewerbegebiet in der Nähe der Ruhr wurde, sollte es noch einige Zeit dauern. Bonackers Weg führte von der reinen Service-Leistung und dem Verkauf von Kopiergeräten und anderen Büromaschinen zum Kopiercenter. Das habe sich halt so ergeben, erinnert er sich. Denn immer, wenn in der Büromaschinenausstellung Licht an war, sei jemand rein gekommen und habe gefragt, ob man hier kopieren könne.  „Da hat meine Frau gesagt: Dann mach ich einfach hier die Buchführung und wir lassen das Licht länger an“, erzählt er und verweist damit auf sein erstes Geschäftsprinzip – die Familie.

Digitale Welten

Gleich vier Bonackers arbeiten im Digitaldruck-Center mit. Neben seiner Frau Gudrun, die sich bereits seit der Firmengründung um das Kaufmännische kümmert, ist es vor allem Sohn Stefan. Ihm habe er die neuen digitalen Welten zu verdanken, erklärt der Vater stolz. Zu den Kunden gehören Große und Kleine. Das Haus Breer in Westhofen genauso wie die Douglas-Holding oder der amerikanische Chesterton Konzern. Letzter lässt Messekonzept, Planung, Gestaltung und Produktion von Werbemitteln für seinen Messe-Auftritt in Athen in Schwerte produzieren. „Weil hier die Qualität stimmt“, ist Gudrun Bonacker überzeugt. Zur Qualität gehören im Unternehmen auch qualifizierte Fachberatung und Termintreue.

Als europaweit tätiges, mittelständisches Familien-Unternehmen sehen sich die Bonackers. Seit über 30 Jahren produzieren und vertreiben sie Werbemittel für den Handel, Industrie und privat, seit mehr als zehn Jahren ist man auf Dekowaren und Werbemittel für Shopping-Center und Handelsketten spezialisiert. So arbeiten die ECE-Einkaufscenter eng mit der Schwerter Firma zusammen, egal ob es um Zentren im Ruhrgebiet oder in Hamburg geht.

Herzlich aufgenommen

Nach langen Jahren in Hagen kamen die Bonackers 2004 in die Ruhrstadt. Auch das ein großer Zufall. Eigentlich wollte man den Betrieb in Hagen erweitern. Doch die Verhandlungen mit der dortigen Wirtschaftsförderung um ein geeignetes Grundstück erwiesen sich als schwierig. Und weil die Bonackers als Garenfelder nahezu täglich an dem Schild „Gewerbegrundstück zu verkaufen“ am Nattland vorbei kamen, beschlossen sie, dort mal anzuklopfen. „In Schwerte wurden wir herzlich aufgenommen“, freut sich Dieter Bonacker.

Sponsor

Nicht zuletzt deshalb gibt er der Stadt und ihren Bürgern etwas zurück. So sponserte er durch Plakatdruck die Aktivitäten der Stadt zur Fußball-WM, engagiert sich für die Schwerter Tafel oder unterstützt Sportvereine. „Ich bin nicht von Natur aus so ein freudiger Geber“, beugt er vor. Aber wenn er sehe, dass jemand selber auch viel einbringt und es eine gute Sache sei, helfe er im Rahmen seiner Möglichkeiten. Und das sorge ja auch schließlich für gute Mund- zu-Mund-Propaganda.

Überhaupt setzt das Unternehmen auf guten Leumund. „Die meisten Kunden kommen wegen der Qualität und Zuverlässigkeit“, schätzt Gudrun Bonacker. Denn auch in der Digitaldruck-Branche gibt es vor allem mit ausländischen Konkurrenten harte Preiskämpfe. „Die meisten Kunden, die mal andere ausprobiert haben, sind zurück gekommen“, weiß Dieter Bonacker. Sein Konzept zahlt sich aus. 2009 will man das Firmengebäude um eine 800 Quadratmeter-Halle erweitern.

Hans Dampf in allen Gassen

Doch ob es 1972 alleine der wenig großzügige Chef war, der für Dieter Bonackers Schritt in die Selbstständigkeit sorgte, bezweifelt seine Frau. „Mein Mann ist ein ‚Hans Dampf in allen Gassen‘, der ist für die Selbstständigkeit gemacht“, sagt sie: „Das sind ja nicht alle.“

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