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EU-Konzept sieht Auenlandschaft entlang der Ruhr vor

Renaturierung

WESTHOFERN Das Projekt ist auf den ersten Blick gigantisch. Die Ruhr entlang des Brüninghaus-Geländes soll zu einer Auenlandschaft verändert, Stillgewässer sollen angelegt und die Gewässerunterhaltung aufgegeben werden.

von Von Sophie Bissingen

, 20.04.2010
EU-Konzept sieht Auenlandschaft entlang der Ruhr vor

Über die Wiesen links der Ruhr bei Brüninghaus sieht der EU-Wunschplan eine Auenlandschaft mit Stillgewässern und Sumpfcharakter vor.

Im Rahmen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie hat sich die EU die Ruhr als Pilotprojekt ausgesucht und in einer Expertenrunde gesammelt, was für Maßnahmen nötig wären, um die Ruhr in den Urzustand zu bringen.

Hans Sahlmann, Vorsitzender des Schwerter Angelvereins, hatte sich intensiv mit den Plänen auseinander gesetzt und sich bereits über mögliche Veränderungen bis 2020 gefreut. „Für den Fischbestand in der Ruhr wäre das sehr förderlich“, sagte Sahlmann. Martin Thal, Gewässerschutzbeauftragter der Stadt Schwerte, muss jedoch die Handbremse anziehen. „In den Plänen wurde dokumentiert, welche Maßnahmen realisierbar wären, wenn man auf nichts Rücksicht nehmen müsste“, erklärt Thal. Natürlich wäre eine Auenlandschaft ökologisch von immensem Wert, dennoch sei das Projekt nur schwer umsetzbar. „Allein der Flächenerwerb wäre in so kurzer Zeit nicht machbar“, sagt er und fügt an: „Das wäre eine gewaltige Maßnahme, könnte ein langfristiges Wunschprojekt sein.“ Denn auch er hält Auenlandschaften für förderungswürdig.

Die Stadt Schwerte setzt allerdings schon seit 2005 erste Ideen aus den Analysen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie um. Die hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Gewässer in Europa in einen guten ökologischen und chemischen Zustand zu bringen. Somit wurde im Mühlenstrang eine Flachwasserzone geschaffen und auch der Kuhbach wurde in ersten Schritten renaturiert. Die nächsten Projekte betreffen den Offerbach und den Wietlohbach. „Die Schwachpunkte der Schwerter Gewässer stehen längst fest. Mit Hilfe der Zuwendungen der Wasserrahmenrichtlinie konnten flächendeckend Konzepte zur naturnahen Entwicklung von Fließgewässern realisiert und angestoßen werden“, sagt Thal. Ein erster Schritt für noch bessere Wasserqualität an der Ruhr ist also geschaffen. Das Abbauen der Staustufen ist ein nächster.