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Flugverbot wegen der Vulkanwolke wirbelt auch in der Ruhrstadt Staub auf

Keine Rosen

SCHWERTE Taufe abgesagt. Tulpen statt Rosen. Goldkonfirmation statt USA-Reise. Das Flugverbot wirbelt auch in der Ruhrstadt Staub auf.

von Von Reinhard Schmitz

, 19.04.2010
Flugverbot wegen der Vulkanwolke wirbelt auch in der Ruhrstadt Staub auf

Die vorerst letzten Rosen, die sein Westhofener Zentrallager verlassen, begutachtet Blumen-Risse-Geschäftsführer Detlef Pohl.

Der Vulkanwolke fiel das erste Fest im Leben von Henri Willem Tebroke (1¾) zum Opfer. Denn Vater Christian Tebroke – der Sohn des pensionierten Sparkassenchefs Willi Tebroke – steckte in North Carolina fest, wo er für ThyssenKrupp tätig ist. Schweren Herzens musste der am Sonntag geplante Termin abgesagt werden. Er soll jetzt Ende Mai in einer Kirche bei Bayreuth nachgeholt werden, wo schon Henris Mutter Anette Tebroke getauft worden war. Übrigens vom selben Pfarrer. Pastor Benno Marker half dagegen wohl sein guter Draht zum Himmel, um nach dem Fuerteventura-Urlaub pünktlich wieder bei seiner St.-Petrus-Gemeinde zu sein. Mit dem allerletzten Flieger war er am Donnerstagabend um 23 Uhr in Dortmund gelandet, bevor der Flughafen gesperrt wurde.

Danach hatte es bei der Zwischenlandung in Nürnberg lange Zeit nicht ausgesehen. Mehrfach mussten die Passagiere die Maschine nach Dortmund wieder verlassen, weil der Pilot nicht fliegen wollte. Es wurde sogar schon geraten, sich um Züge oder Leihwagen zu kümmern, bevor die erlösende Durchsage kam: „Wir boarden ein nach Dortmund.“ Durcheinander gewirbelt wurde dagegen der Fahrplan des Ökumenischen Altenkreises. „Die Referentin sitzt auf Mallorca fest“, musste Leiterin Marlies Wilkes gestern Nachmittag rasch umplanen. Der Vortrag über Psychotherapie wurde durch Gedächtnistraining ersetzt.

Goldkonfirmation statt USA hieß es für Bärbel Schulte-Höfinghoff. Weil sie am Wochenende nicht abheben konnte, nahm sie doch am Kirchenjubiläum teil, freute sich Pfarrer Manfred Wuttke. Sichtbar werden die fehlenden Flugverbindungen auch in den Blumengeschäften. „In den nächsten Tagen werden wesentlich weniger Rosen auf dem Markt sein“, weiß Tina Risse, Geschäftsführerin von Blumen Risse. Auch Gerbera, Schleierkraut und Grün, die in Südafrika oder Kenia wachsen, könnten knapper und damit teurer werden.

Auf Schmuck in der Vase verzichten muss man deshalb nicht. „Wir überlegen, wieder mehr Frühjahrsblumen anzubieten“, ordert Tina Risse als Ersatz frische bunte Tulpen. Die stehen in Holland noch in knackiger Blüte.