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Häuserzeile im Senningsweg verkommt zur unansehnlichen Fassade

Seit Jahren verlassen

SCHWERTE Türen verbrettert. Scheiben eingeschlagen. Die Wohnungen einer ganzen Häuserzeile seit Jahren verlassen. Wie in der Bronx fühlen sich Nachbarn mitten in Schwerte: im oberen Senningsweg, direkt bei Aldi.

von Von Reinhard Schmitz

, 21.04.2010
Häuserzeile im Senningsweg verkommt zur unansehnlichen Fassade

Seit Jahren unbewohnt ist der Häuserkomplex Sennigsweg 23-27 direkt hinter dem Aldi-Parkplatz.

„Es sieht genauso aus“, ärgert sich Hans-Hermann Rätscher, der aus seinen Fenstern jeden Tag auf die Geisterhäuser Nr. 23 bis 27 schaut: „Die Nachbarn sind alle frustriert.“ Von jedem Besuch würden sie auf die mehr als unansehnlichen Fassaden angesprochen. „Seit ungefähr zehn Jahren ist eine eindeutig negative Veränderung zu beobachten“, beschreibt Rätscher den Verfall. In frei werdende Wohnungen sei kein neuer Mieter mehr eingezogen. „Vor sechs Jahren zog dann der letzte aus dem Haus Nummer 27 aus.“ Nach Einbrüchen sei alles zugenagelt worden. Besonders bitter für Nachbar Rätscher: Das mittlere der heruntergekommenen Gebäude gehörte einst seiner Großmutter. Seine Mutter hat es aber vor 40 Jahren verkauft.

„Sie können ein Haus so lange leer stehen und vergammeln lassen, wie Sie wollen“, sieht Stadtsprecher Carsten Morgenthal keinen Anlass zum Einschreiten. Nur dürfe von dem Gebäude keine Gefahr ausgehen, etwa durch herunterfallende Steine oder Putzstücke. Das sieht Nachbar Rätscher anders: „Die halbe Welt wartet inzwischen darauf, dass sich hier was verändert.“ Das möchte der Eigentümer des Gebäudekomplexes, der in der Schweiz lebende Josef Koch, nach eigenem Bekunden auch gerne machen. „Die Stadt soll endlich einen vernünftigen Bebauungsplan aufstellen, damit man eine Investition machen kann, die sich lohnt.“ Ein Bauantrag sei schon abgelehnt worden.

Knackpunkt ist offenbar die zulässige bebaubare Fläche des Grundstücks. „Bei 1500 qm macht es nicht Sinn, 1200 qm Grünfläche zu behalten“, rechnet Koch vor. Auch bei anderen Neubauten in der Stadt wurden die Grundstückstiefen besser ausgenutzt. „Das kann man ja gemeinsam entwickeln“, wünscht sich Koch. Denn der jetzige Anblick sei doch zum Schaden der ganzen Kommune: „Wenn sich der Bebauungsplan nicht ändert, ändert sich auch am Zustand des Senningswegs nichts.“