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Jugendkriminalität: Strafen müssen nur angewandt werden

SCHWERTE Strafcamps als ultimative Lösung beim Thema Jugendkriminalität? Zwiespältig hat Peter Frenz vom Schwerter Verein für Soziale Integrationshilfen (VSI) die aktuelle Diskussion betrachtet. „Wir brauchen keine härteren Strafen, wir müssen sie nur anwenden“, betont der Sozialpädagoge, der im Brücke-Projekt des VSI mit straffällig gewordenen Jugendlichen und Heranwachsenden arbeitet.

von Von Nicole Jankowski

, 24.01.2008

„Wichtig ist, dass alle ihren Job machen können“, betont Frenz. Bei Ersttätern müsse man direkt reagieren, die Verfahren schnell abschließen: „Meist sind die Täter geständig, der Sachverhalt problemslos zu ermitteln.“ Auch der Zeitraum zwischen Urteil und Strafantritt müsste verkürzt werden.Häufigste Strafe sind Arbeitsauflagen 162 Fällen betreute der VSI im vergangenen Jahr, Arbeitsauflagen machten den größten Teil aus. Elf Mal ordnete der Jugendrichter im vergangenen Jahr einen Täter-Opfer-Ausgleich an. Dieses Verfahren wird oft bei Sachbeschädigung, Beleidigung, Körperverletzung oder Raub gewählt, wenn der Täter seine Tat bereut. "Softi-Maßnahme" nimmt Anonymität „Der Täter-Opfer-Ausgleich gilt oft als Softi-Maßnahme“, erklärt Frenz. Dabei sei das Aufeinandertreffen mit dem Opfer oft intensiver als zum Beispiel Sozialdienststunden. „Die Anonymität des Opfers geht verloren“, erklärt Frenz. Der Täter müsse sich mit seinem Verhalten auseinandersetzen.Einzelmaßnahme statt Jugendknast Seit Mitte 2007 bietet der VSI auch das Denkzeit-Training an – als Alternative zum Jugendknast. In dieser Einzel-Maßnahme führt der Trainer mit dem Jugendlichen ein klar strukturiertes Trainingsprogramm durch. Es werden Problemlösungen erarbeitet, die Gefühlswelt erforscht, Werte erkannt. Macht der Jugendliche nicht mit oder fehlt er drei Mal unentschuldigt, wird das Training abgebrochen. Konsequenz und Strenge sind daher Worte, mit denen VSI-Vorsitzender Norbert Bosse-Plois sich identifizieren kann. Aber der Begriff Härte aus der aktuellen Situation gefalle ihm nicht. „Mit Kälte erreichen wir nichts“, betont er.

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