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Kosten für Kinderheime explodieren

SCHWERTE Immer häufiger brauchen Eltern Hilfe bei der Erziehung, müssen Kinder oder Jugendliche ins Heim. Die Kosten dafür explodieren. 1,6 Millionen Euro mehr als geplant muss die Stadt für das laufende Jahr bezahlen.

von Von Heiko Mühlbauer

, 20.08.2007
Kosten für Kinderheime explodieren

Sozialpädagogin Johanna Mierzwa berät eine alleinerziehende Mutter und ihren Sohn in Erziehungsfragen.

Sozialdezernent Hans-Georg Winkler setzt auf Vorbeugung. Er will in Zukunft, dass die Fachkräfte des Jugendamtes jede Schwerter Familie mit einem Neugeborenen mindestens einmal besuchen, um sich selbst ein Bild über die Verhältnisse zu machen - vom Hartz IV-Empfänger bis zur Arztfamilie. Denn nur durch gezielte Vorbeugung könne man den rasanten Anstieg bei Heimunterbringungen und anderen teueren Hilfemaßnahmen senken.

Mit der Erziehung überfordert

Immer mehr Eltern sind mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert, selbst in einer überschaubaren Stadt wie Schwerte. „Fakt ist, dass wir gesetzlich verpflichtet sind, einzugreifen, wenn das Wohl des Kindes auf dem Spiel steht“, erklärt Winkler. Und seit Ende letzten Jahres überrollen die Fallzahlen förmlich das Jugendamt. In einem ersten Schritt hatte man bereits im Frühjahr eineinhalb Stellen zusätzlich für das Jugendamt genehmigt.

Aufwand stieg um 900 00 Euro

Am stärksten macht sich die Kostenexplosion bei der Heimunterbringung Minderjähriger und der Betreuung Jugendlicher zwischen 18 und 21 Jahren bemerkbar. Alleine für diese beiden Posten stieg der Aufwand für die Stadt um 900000 Euro.

„Bezahlt wird der Mehraufwand aus den gestiegenen Gewerbesteuereinnahmen“, erläutert Finanzausschussvorsitzender Dirk Kienitz (SPD). Damit seien die unerwarteten Zusatzeinnahmen der Stadt aufgezehrt.

"Jeder Euro muss ausgegeben werden"

CDU-Fraktionschef Joseph Bender mahnt, die Angelegenheit nicht nur unter Kostengesichtspunkten zu sehen. „Jeder Euro, der notwendig ist, muss ausgegeben werden.“ Er wünscht sich ein besseres Netzwerk, um die Problemfälle früher zu erkennen. Dabei setzt er nicht nur auf städtische Mitarbeiter. „Es muss gelingen, alle Verantwortlichen einzubinden“, so sein Vorschlag, „von Nachbarn bis zur Erzieherin.“ 

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