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Kreative Charmebolzen lieben Jazz

SCHWERTE „One, two, eh one, two, three, four.“ Schon ging es los: Coole Klänge gespielt von einer coolen Combo. Das vierköpfige east-west Quartett brachte am Donnerstag mit ihrem Programm „Weihnachts- & Neujahrsjazz mit Weltbürgern“ die Lässigkeit in die Rohrmeisterei.

von Von Sarah Saczek

, 28.12.2007
Kreative Charmebolzen lieben Jazz

Dmitrij Telmanov überzeugte nicht nur mit seinen Eigenkompositionen, sondern auch an der Trompete.

Sie schafften das, was Musiker selten schaffen. Nach fünf Minuten erhielten sie den ersten Applaus des großen Publikums. Das Quartett interpretierte nicht nur Jazzstandards wie „My Romance“ lockerer, lässiger und experimenteller. Auch die von Bandmitglied Dmitrij Telmanov (Trompete) aus Odessa selbst geschriebenen, meist namenlosen Stücke lösten begeisterte Applausstürme und taktvoll wippende Füße im Publikum aus.Neselovsky flirtete mit dem Publikum Neben der Musik machten auch die wortgewandten Moderationen von Pianist und Charmebolzen Vadim Neselovsky aus New Orleans die Band zu wahren Sympathieträgern.  „Vor zwei Jahren waren wir bereits in der Rohrmeisterei. Und egal, wo ich auf der Welt spiele, muss ich immer an Schwerte denken. Hier ist das Publikum so herzlich“, flirtete Neselovsky mit den Gästen. Ihre freien Improvisationen waren so kreativ, dass die Stücke endlos schienen. „Uli ist ein Zaubermann. Das werden Sie gleich sehen“, verriet der Pianist. Kontrabassist Uli Bär aus Unna enttäuschte das Publikum nicht. Sein akzentuiertes Zupfen der Saiten zeigte die Dominanz des sonst eher im Hintergrund stehenden Instruments. Schlagzeuger Benny Mokross überzeugte Auch Schlagzeuger Benny Mokross aus Hemer überzeugte durch regelrechte Akrobatik an seinem Instrument. Mit gekonnten Handgriffen wechselte er nicht nur Schlagstock-, sondern auch Trommelarten. Und wenn es sein musste, spielte er nur mit seinen Händen. Seine Soli setzten wahre Impulse. Genau so wie Dmitrij Telmanov, der nicht nur mit seinen Eigenkompositionen, sondern ebenso mit seiner Trompete für Begeisterung sorgte. Mit flinken Fingern und einem langen Atem zeigte er, wo seine Stärken liegen. 100 Prozent Jazz pur Doch optisch am stärksten unterhielt Pianist Neselovsky. Ungehalten, mit viel Temperament und wenig Sitzfleisch tanzten nicht nur seine Finger durch Dissonanzen, Harmonien und den dazugehörigen Improvisationen. Sein ganzer Körper arbeitete sich durch die Werke. Egal ob New Orleans oder Schwerte. Das war hundert Prozent Jazz pur.

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