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Mit Mama bei der Arbeit

SCHWERTE Seit einer Stunde wird verhandelt. Zehn Tonnen Stahlprofile oder vielleicht 15 Tonnen. Laura macht die Konferenz keinen rechten Spaß mehr. Zeit, den Teppichboden unter dem Tisch zu erkunden und sich die Füße der Manager mal genauer anzuschauen. Wenn man sich einigt, wird sie es schon merken. Denn dann kommt die Anderthalbjährige wieder auf Mamas Schoß.

von Von Holger Bergmann

, 04.10.2007
Mit Mama bei der Arbeit

Laura ist immer dabei - auch bei der Arbeit.

Die kleine Laura ist die jüngste regelmäßige Besucherin der Schwerter Firma H. Hesse Kaltprofile, denn ihre Mutter Tanja Schünemann ist Technische Zeichnerin und Assistentin der Geschäftsführung. Was die kleine Laura nicht weiß: Ihre häufigen Besuche im Gewerbegebiet Binnerheide feiert ihre Mutter dankbar als gelungene Rückkehr in die Arbeitswelt nach der Schwangerschaft.Im 6. Monat von Schwangerschaft erfahren „Das fing schon alles sehr chaotisch an“, erinnert sich Tanja Schünemann an den Beginn der „Episode Laura“. Im April des vergangenen Jahres erfuhr Tanja Schünemann von ihrer Schwangerschaft. Da war sie allerdings schon im sechsten Monat. Die Zeit zum gesetzlich gesicherten Mutterschutz wurde ziemlich eng. Woher Ersatz nehmen für die Mitarbeiterin, die den Personaleinsatzplan aufstellt, die Betriebs- und Hilfsmittel organisiert, der Buchhaltung hilft und neue Produkte entwickelt?Notebook für Tanja Schünemann Kurz, Tanja Schünemann entpuppte sich als unersetzlich. „Da musste man nicht lange reden“, war die Erkenntnis von Geschäftsführer Rolf Siegel. „Da musste man handeln.“ Unbürokratisch, wie es nur in einem mittelständischen Unternehmen geht, fiel die Entscheidung: Tanja Schünemann bekam ein Notebook – und mit dem konnte sie von zu Hause aus auf 400-Euro-Basis arbeiten. „Ich konnte mich um meine Tochter kümmern und hatte immer noch Kontakt zur Firma“, erinnert sich die Technische Zeichnerin an das Glücksgefühl, das die Lösung mit sich brachte.In der Liege auf dem Schreibtisch Mit zunehmendem Alter von Laura gab es auch mehr Einsatzmöglichkeiten für die Mama in der Firma. „An Tagen, an denen mein Mann zu Hause war, konnte ich auch wieder direkt in die Firma gehen.“ Dann stellte sich heraus, dass den Eltern mit Laura ein aufmerksames und ruhiges Kind gelungen war. „Irgendwann hab‘ ich sie einfach mitgenommen ins Büro.“ Bei Arbeiten am PC schaukelte Laura in ihrer Liege auf dem Schreibtisch, bei Konferenzen saß sie auf dem Schoß oder krabbelte durch den Raum. „Sie war ganz ruhig, das hat niemanden gestört.“ Seit Anfang dieser Woche ist Mutter Tanja wieder als Vollzeitkraft in der Firma Hesse. Für sie es im Prinzip keine richtige Rückkehr in den Beruf nach einer Kinder-Pause, denn sie war nie weg – dank eines flexiblen Arbeitgebers, dank ihres Ehemannes und dank einer Tochter, die bereits jetzt ein echter Konferenz-Profi ist

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