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Nicht nur für den guten Zweck

SCHWERTE Die beiden Herren in der Johanniter-Uniform ließen sich nicht abwimmeln. Sie verlangten Einlass in die Wohnung und wollten sich nicht mit einem Korb zufrieden geben.

von Von Heiko Mühlbauer

, 12.12.2007
Nicht nur für den guten Zweck

Rettungsassistent Daniel Spellerberg und Rettungssanitäterin Julia Kleinschmidt in der Malteser-Zentrale.

„Als sie wieder draußen waren, habe ich mich gefragt, ob das nicht irgendeine linke Sache war“, erzählt die Schwerterin. Doch mit größter Wahrscheinlichkeit waren die beiden tatsächlich im Auftrag des Hilfsdienstes unterwegs. Allerdings auch auf eigene Rechnung. Denn die meisten Hilfsorganisationen bedienen sich bei der Suche nach Fördermitgliedern Agenturen.Mitglieder sind das Kapital „Wir haben einen festen Partner in NRW“, bestätigt Markus Schauff vom Kreisverband der Johanniter. Eigentlich achte man darauf, dass sich die Werber höflich verhalten. Schließlich seien die 560 000 Fördermitglieder (in NRW) das Kapital der Hilfsorganisation. Auch die Werber, die derzeit für die Malteser in Schwerte unterwegs sind, betreiben die Spendenakquise hauptberuflich. Während man im nördlichen Bereich der Diözese zwei Handelsvertreter beschäftige, arbeite man im südlichen Teil mit einer Agentur zusammen, bestätigte Geschäftsführer Dominik Spanke. Beschwerden über das Auftreten der Leute gebe es sehr selten.Malteser zahlen nur bei Erfolg „Das ist die effektivste Art, Spender zu werben“, betont er. Denn anders als bei Briefaktionen zahle man nur bei Erfolg. Von 26 Euro pro Jahr aufwärts kostet die Mitgliedschaft. Für die Hilfsorganisation rechnen sich die Spender aber erst, wenn sie treu bleiben. „Bei der durchschnittlichen Mitgliedschaft von zwölf Jahren bleiben nahezu 90 Prozent des Geldes für den guten Zweck übrig“, rechnet Spanke vor. Da die Provisionen an die Werber aber im ersten und zweiten Jahr fällig werden, wandert das Geld der kurzfristigen Mitglieder überwiegend an die Vertreter.Rotes Kreuz verzichtet auf Spendensammler Beim Roten Kreuz in Schwerte verzichtet man auf diese Art der Spendensammlung. „Wir hatten bis vor kurzem eine ehrenamtliche Kraft, die das für unseren Bereich gemacht hat“, so Schwertes DRK-Vorsitzender Heinrich Böckelühr. Bereits 1994 hat der Bundesgerichtshof diese Art des Werbens als legal eingestuft, auch wenn die Spender nicht über die Provision aufgeklärt würden. Einer der Gründe war die Tatsache, dass fast alle Hilfsorganisationen von dieser Mittelbeschaffung abhängig sind.

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