Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Schwan Helmut wohnt im Reihenhausgarten

SCHWERTE Petra Schöpl hat keinen Vogel, Petra Schöpl hat einen Schwan. Helmut heißt der Gute und frisst am liebsten Entengrütze. Seit drei Wochen wohnt er bei den Schöpls auf der Heide.

von Von Nicole Jankowski

, 08.12.2007

Auf dem Gernbacher Stausee hatte die Schwerterin den grauen Jungschwan entdeckt. Das Tier schwamm ganz allein auf dem Wasser und wirkte geschwächt. Das brachte die Tierliebhaberin auf den Plan. „Er konnte kaum laufen“, erinnert sich die 40-Jährige an den armseligen Anblick.Telefonat mit dem Zoo Münster Petra Schöpl informierte sich. Sie telefonierte mit ihrem Tierarzt, dem Tierheim – und natürlich auch mit dem Zoo in Münster. Dass die ein Händchen für Schwäne haben, hat sich dank Petra und ihrer Tretbootliebe auch bis Schwerte herumgesprochen. Schnell war klar: In seinem Zustand würde der Jungschwan den Winter nicht überleben. Kurzerhand fuhr Petra Schöpl mit ihrem Mann Martin nach Schwerte-Ost. Mit Futter lockten sie den Schwan, der sich von der Tierfreundin mühelos einfangen ließ. Schließlich war der Schwan nicht nur einsam: Ein Angelhaken steckte kurz über seinem Schnabel, er konnte sich nicht mehr putzen und einfetten. So kühlte er ganz schnell aus.Auswildern war zu gefährlich In einer Hundetransportbox brachte Petra Schöpl das Tier zum Tierarzt. Der verabreichte dem geschwächten Schwan erst einmal Vitamine. Von einem Auswilderungsversuch in den Ruhrwiesen sahen die Schöpls zunächst ab. Das Risiko war zu groß, dass seine Artgenossen den geschwächten Schwan totgebissen hätten.  Mit seinen neuen Mitbewohnern kommt Helmut besser zurecht: Da wären die Graugänse Hansi und Hannelore, die Laufenten Eddi und Ulla, die drei Hühner Hen, Henri und Henriette sowie die fünf Kurzhaardackel Susie, Pasha, Strolch, Lucie und Krabbe, die vier Katzen Tiger, Frieda, Krümel und Rübe. Und natürlich die Deutschen Riesen Friedchen und Herr Schröder. Eines der beiden Kaninchen hoppelt vor Helmut durchs Gras im Garten der Reihenhaushälfte. Der Schwan faucht. „Sehen Sie, er ist schon wieder ganz schön fit“, bemerkt Petra Schöpl stolz. Helmut beschließt, das Kaninchen zu ignorieren und fängt an sich zu putzen. Elegant kämmt er mit seinem Schnabel durchs Gefieder, richtet sich immer wieder auf, breitet die Schwingen aus und schlägt mit den Flügeln. Unter dem grau-braunen Gefieder sind schon die strahlend weißen Federn zu erkennen.        Helmut ist ein Höckerschwan – glaubt Petra Schöpl. Im Internet hat sie sich zum Thema Schwäne schlau gemacht. „Bücher gibt es ja kaum“, sagt sie. Neben Körnerfutter verwöhnt sie Helmut auch mit Leckerlis. Reis, Nudeln oder Weißbrot frisst der Schwan besonders gern.Helmut frisst am liebsten Entengrütze Am liebsten aber mag er Entengrütze. Deshalb starteten die Schöpls kurzerhand einen Aufruf im Radio. Ein Reiterhof aus Schwerte meldete sich – aus seinem Teich durfte sie die grüne Delikatesse keschern. „Der hat sich ganz schön gefreut“, erzählt Petra Schöpl. Und meint damit ausnahmsweise nicht Helmut, sondern den Hofbesitzer. Nur in einem Punkt hört auch Petra Schöpls Tierliebe auf: „In meinen Pool kommt Helmut nicht“, betont sie lachend. Im Frühjahr soll Helmut wieder auf einen See zurück. Bis dahin will sie ihm ein Kinderplanschbecken kaufen.  

Lesen Sie jetzt