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Verbotene Abkürzung an der Shell-Tankstelle

Grober Rotlichtverstoß

SCHWERTE Pro Stunde setzen etwa sechs bis acht Schwerter Autofahrer ihren Führerschein und eine Menge Geld aufs Spiel, ohne es zu ahnen. Sie nutzen verbotenerweise die Shell-Tankstelle an der Hörder Straße als Abkürzung – zumeist um als Rechtsabbieger von der Hörder Straße nach Kaufland zu kommen.

von Von Holger Bergmann

, 28.04.2010
Verbotene Abkürzung an der Shell-Tankstelle

Die Shell-Tankstelle an der Hörder Straße wird zum Umfahren der Ampel missbraucht.

„Sechs bis acht Autos pro Stunde“, das ist die Beobachtung von Sabine Lukas, Bezirksleiterin auf der Shell-Tankstelle. „Sobald sich im Berufsverkehr der erste Stau an der Ampel bildet, werden es noch mehr.“ Für die Tankstelle wird dieses Verhalten der Autofahrer zu einem Problem: „Das ist eine Gefahr für die Kunden und die Service-Mitarbeiter“, meint Sabine Lukas. „Wenn ich an einer Zapfsäule aus dem Auto steige, rechne ich doch nicht damit, dass von hinten Verkehr kommt.“ Und der Abkürzungsverkehr, der von hinten kommt, ist nicht besonders rücksichtsvoll. „Die ziehen richtig durch“, hat Sabine Lukas beobachtet.

Nicht selten kommen sich Abkürzer und Tankstellen-Kunden in die Quere – wenn die Kunden das Gelände nach links in Richtung Hörder Straße verlassen und die Eiligen nach rechts in Richtung Kaufland. „Da entstehen richtige Staus auf der Tankstelle“, regt sich Sabine Lukas auf. „Das ist so was von dämlich. Die Fahrer kürzen ab, um einen Stau zu vermeiden und erzeugen dabei selber einen.“ So einen Stau hat sie mal genutzt, um einen Fahrer anzusprechen: „Der ist dann richtig frech geworden. Erwischt werden will niemand.“

Und dabei ist es noch besser, von der Geschäftsführerin als von der Polizei ertappt zu werden. Denn Letzteres wird richtig teuer. „So eine Abkürzung zu benutzen, um eine Ampel zu umfahren, ist ein Rotlichtverstoß“, klärt Polizei-Sprecher Martin Volkmer auf. Wenn der Abkürzer die Kunden und das Personal der Tankstelle gefährdet, handele es sich sogar um einen „groben Rotlichtverstoß“. Darauf folge eine Ordnungswidrigkeitsanzeige, für die der Bußgeldkatalog folgende Strafe vorsieht: 200 Euro, vier Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot. Und Achtung: Radfahrer, die beim gleichen Vergehen erwischt werden, müssen mit 100 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Für diese Strenge gibt es laut Polizeisprecher Volkmer einen Grund: „Die Straßenverkehrsordnung hat ein einfaches Prinzip: Die Autos sollen auf der Straße fahren und nicht über Privat-Grundstücke.“