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Versand von bunten Briefen kostet 90 Cent

Farbige Post

SCHWERTE Werner Schau glaubte noch lange nach Verlassen der Postfiliale an einen Aprilscherz. Und auch nach einiger Recherche im Internet konnte er keine entsprechenden Hinweise finden. Doch tatsächlich: Der Versand farbiger Umschläge kostet 90 Cent.

von Von Marc Fröhling

, 06.04.2010
Versand von bunten Briefen kostet 90 Cent

Werner Schau kann den Aufpreis für bunte Briefumschläge nicht nachvollziehen.

Wie so oft wollte Schau auch am 1. April einen Brief verschicken. Normales Format, normales Gewicht: 55 Cent. Beim Bezahlen dann aber die Überraschung: Auf dem Display wurde nicht der gewohnte Preis angezeigt, angeblich sollte seine Sendung 90 Cent kosten.  

„Ich dachte erst, mein Brief sei zu schwer gewesen“, erinnert sich der Schwerter. Doch die Postbeamtin in Sölde konnte ihn beruhigen, es läge nicht am Gewicht, sondern an der Farbe. Schau bezahlte und konnte trotzdem nicht so richtig glauben, dass ihm die gelbe Farbe des Umschlags 35 Cent Aufpreis kosten sollte. „Ich bin ja einiges gewöhnt, aber da war ich dann doch sehr überrascht.“ Zu Hause angekommen, nahm ihm erst einmal niemand die Geschichte ab, alle glaubten, er sei auf einen nicht gerade originellen Aprilscherz hereingefallen.

Doch Achim Gahr, Pressesprecher der Post, bestätigt die Regelung: „Farbige Briefe kosten schon seit über zehn Jahren 90 Cent.“ Schuld für den höheren Preis sei die nicht vorhandene „Maschinenfähigkeit“ der farbigen Briefe. Das heißt: Der Strichcode, der die Briefe auf der ganzen Breite ziert, wird normalerweise von Maschinen gelesen. Bei farbigen Umschlägen sei dies aber nicht möglich. Die Briefe müssten also von Hand sortiert werden. Das sorgt für den saftigen Aufpreis von 63 Prozent. Lediglich im Weihnachtsgeschäft wurde die Regelung „aus Kulanz“ außer Kraft gesetzt, berichtet Gahr, denn dort werden vermehrt aufwändige farbige Briefe verschickt. Jetzt allerdings muss der Empfänger ein Nachentgelt zahlen, wenn der Brief nicht mit der korrekten Briefmarke beklebt worden ist.

Werner Schau kann das nicht nachvollziehen: „In anderen Ländern funktioniert das doch auch. Ich bekomme regelmäßig Post aus den USA und aus England. Die zahlen alle keinen Aufpreis.“ Schau vermutet, dass es sehr wohl möglich sein müsse, neue Maschinen zu kaufen, die in der Lage sind, auch auf farbigem Untergrund den Strichcode zu lesen. „Das würde allerdings wieder Kosten verursachen“, glaubt er.