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Verurteilte Jugendliche nutzten Zeit in Freiheit für weitere Überfälle

Vor Haftantritt

SCHWERTE Im Oktober wurden die beiden Haupttäter der jüngsten Überfallserie in Schwerte zu langjährigen Jugendstrafen verurteilt. Dennoch blieben sie bis zur Rechtskraft ihres Urteils auf freiem Fuß. Zeit, die sie laut Polizei dazu nutzten, erneut Überfälle zu begehen.

von Von Heiko Mühlbauer

, 07.04.2010
Verurteilte Jugendliche nutzten Zeit in Freiheit für weitere Überfälle

Mit der gezückten Waffe bedrohten die Täter die Spielhallenaufsicht in ihrer Box.

Dass sie vorerst auf freien fuß blieben sei durchaus üblich, betonte Gerichtssprecher Ulrich Steuber am Mittwoch auf Anfrage. Für die Anordnung von Haft sei die Fluchtgefahr entscheidend. „Die bestand ja in der Tat nicht, wenn die Täter nun im selben Bereich gefasst wurden“, so der Gerichtssprecher. Der allerdings einräumte, den betreffenden Fall nicht genau zu kennen.

Letztlich gehe aber auch ein Jugendrichter davon aus, dass 16-Jährige nach einer Verurteilung zu mehr als drei Jahren Haft den Warnschuss verstanden hätten, so Steuber. Ob ein Jugendlicher nach der Verurteilung bis zum Abschluss des Verfahrens und dem Haftantritt wieder nach Hause gehen könne, hänge maßgeblich vom Verlauf der Hauptverhandlung ab. Rainer Langner, Inhaber der Spielhalle am Bahnhof, hat wenig Verständnis dafür, dass die Täter nach dem Urteil auf freiem Fuß geblieben sind. Seine Spielhalle an der Bahnhofstraße wurde in beiden Serien von den Jugendlichen ausgeraubt.

Ob es die von ihm ausgelobte Belohnung war, die jetzt zur erneuten Festnahme führte, weiß er nicht. „Das Geld wird aber ausgezahlt, wenn die Polizei mir bestätigt, dass ein Tipp zum Erfolg führte.“ 1000 Euro hatte der Geschäftsführer der Spieloase ausgelobt. Die Zeugen hatte er jeweils gebeten, sich direkt an die Polizei zu wenden. Auch dort ärgert man sich hinter vorgehaltener Hand darüber, den Ermittlungsaufwand für bereits kurz zuvor gefasste Täter zu betreiben. Offiziell sieht es aber anders aus: „Was aus den Verfahren wird, das ist Sache der Justiz. Davon bekommen wir auch nur aus der Zeitung etwas mit“, betonte Polizeisprecherin Ute Hellmann am Mittwoch.