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Wahlkampf gab Ausschlag für Parteieintritt

SCHWERTE Seit fünf Jahren ist Katie Baldschun Mitglied der SPD - und seit gut einer Woche stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungsozialisten. Heiko Mühlbauer unterhielt sich mit ihr über Bundespolitik und das Freizeitbad.

04.12.2007
Wahlkampf gab Ausschlag für Parteieintritt

Stellvertretende Juso-Vorsitzende: Katie Baldschun.

Warum sind Sie in die SPD eingetreten?Baldschun: Zum einen, weil ich mit den Zielen der Partei sympathisiere und mich auch ihre Geschichte als Arbeiterpartei fasziniert hat. Der Anlass war aber der Wahlkampf 2002. Damals habe ich mit einer Freundin verabredet, wir treten ein, wenn Schröder gegen Stoiber verliert. Als Schröder gewonnen hatte, habe ich mir gedacht, das ist doch kein Grund, nicht einzutreten.Wenn man Bundespolitik im Kopf hat und in einen Ortsverein eintritt, ist das nicht ein Kulturschock?Baldschun: Das war damals auch mein Vorurteil. In Westhofen wurde das aber widerlegt. Dort wird oft über Bundes- oder Landesthemen und ihre Bedeutung vor Ort diskutiert.Dennoch liegt Ihre Interessenlage nicht in der Kommunalpolitik?Baldschun: Für meinen Eintritt waren schon eher Bundes- und Landespolitik ausschlaggebend.Dann führt der Weg zur Berufspolitikerin?Baldschun: Nein, ich habe eine Tochter und einen Beruf. ich sehe meine politische Arbeit mehr im ehrenamtlichen Bereich.Und wie viel Zeit wird diesem Ehrenamt gewidmet?Baldschun: So genau kann man das nicht sagen, aber einige Stunden in der Woche sind es schon. Am Wochenende ist fast immer etwas, und unter der Woche gibt es auch regelmäßig Termine oder sind Dinge abzustimmen.Gibt es Themen, die Ihnen in Ihrem neuen Amt besonders am Herzen liegen?Baldschun: Natürlich, das ist zum Einen die Gleichstellung. Nicht zuletzt haben die Jusos dafür gekämpft, dass der Satz „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden“ im Parteiprogramm bleibt. Das Thema Feminismus ist nicht unmodern oder gar ein Relikt aus den 80-er Jahren. Die CDU hat eine Kanzlerin an der Spitze, in der SPD wird noch nicht einmal über eine Spitzenkandidatin diskutiert.Baldschun: Naftürlich ist das auch ein innerparteiliches Thema. Deshalb bin ich froh, dass der Juso-Vorstand mit einer Vorsitzenden und einer Geschäftsführerin da anders besetzt ist. Außerdem mag bei Angela Merkel zwar das Geschlecht weiblich sein, sie macht aber keine Frauenpolitik.Und ihr zweites großes Thema?Baldschun: Das ist die Privatisierung von öffentlichem Eigentum. Wir haben eine Privatisierungswelle, die immer noch nicht abgeebbt ist, und die nichts gebracht hat. Das Thema geht vom kommunaler Ebene wie dem Freizeit- und Allwetterbad bis zur Europapolitik. Denn hinter allem steht natürlich auch der Druck aus Brüssel.Muss die Stadt Schwerte ihrer Ansicht nach denn das FAB behalten?Baldschun: Mir ist klar, dass diese Frage umso schwieriger ist, je angespannter die Haushaltslage. Aber: Ja, denn ich fasse die öffentlichen Aufgaben weiter, weil Bürgerinnen und Bürger auch gleichen Zugang zu kulturellen oder gewissen sportlichen Einrichtungen haben müssen. Und derzeit gibt es in der Stadt ja für Leute, die privat schwimmen wollen, keine Alternative zum FAB.

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