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A 1 bleibt über Jahre ein Nadelöhr

Umbau der A 1 bereitet Wirtschaft Sorgen

Rund um Schwerte ist die A 1 längst auf sechs Spuren erweitert worden. Dennoch müssen Rastplätze und Brücken in naher Zukunft erneuert werden. Und auch der B 236 Ausbau betrührt die Autobahn. Unternehmen der Region sind besorgt. Sie wollen den Bau kritisch begleiten.

Schwerte

, 05.05.2018
A 1 bleibt über Jahre ein Nadelöhr

Die A 1 von der Ausfahrt Schwerte bis zur Raststätte Lichtendorf ist zwar schon sechsspurig ausgebaut. Dennoch stehen auch hier noch große Baustellen an. © Oskar Neubauer

Der Freischütz liegt eigentlich verkehrsgünstig. Nahezu auf der Grenze zwischen Dortmund und Schwerte ist das Ausflugslokal prinzipiell gut zu erreichen. Parkplätze auf beiden Seiten der Straße, vor und hinter dem Haus. Eigentlich – denn die B236 ist an der Grenze zur Ruhrstadt überlastet. Fast täglich staut sich der Verkehr hier. Und der geplante Ausbau der B 236 macht die Sache für den Gastronomiebetrieb nicht besser. Dass zusätzlich auch noch die A 1 in den nächsten Jahren zu einem Nadelöhr werden soll, sieht Freischütz-Geschäftsführer Jörg Prüser mit Sorge. Gemeinsam mit vielen anderen Unternehmern der Region und vor allem auch den Industrie- und Handelskammern, die entlang der Strecke ihre Bezirke haben, will er den Ausbau mit einem Aktionsbündnis begleiten.

Ende April hatte der Landesbetrieb Straßen.NRW seine Ausbaupläne vorgestellt. Zwischen Kamen und Wuppertal wird die Autobahn erneuert und saniert. Zum einen werden sowohl das Kreuz Dortmund-Unna als auch das Kamener Kreuz erneuert. Zahlreiche Brücken auf der Strecke sind den aktuellen Anforderungen nicht mehr gewachsen und müssen ebenfalls erneuert werden.

Tank- und Rastanlagen sind zu klein

Die größten Baustellen liegen allerdings nördlich von Kamen, denn dort ist die Autobahn nach wie vor vierspurig. Ein 165 Millionen-Euro-Projekt, dass NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst gerne bis 2027 abgeschlossen hätte.

Aufgerüstet werden sollen aber auch die Tank- und Rastanlagen, wie in Lichtendorf, wo weitere Lkw-Stellplätze geschaffen werden sollen. Hinzu kommt aus Schwerter Sicht der im Spätsommer beginnende Ausbau der B236, der mit Sperrungen der Zufahrten zur Autobahn einhergehen wird.

Kammern erwarten noch mehr Staus

„Zahlreiche Einschränkungen und Behinderungen sind zu erwarten, die den Verkehrsfluss auf der Strecke stark beeinträchtigen und zu zahlreichen Staus führen werden“, schätzt die IHK Dortmund. Deren Hauptgeschäftsführer betont: „Es ist für die Bürger und die Wirtschaft wichtig, dass der Verkehr fließt und zwar auf den Autobahnen und im ergänzenden Straßennetz.“ Freischütz-Chef Prüser hofft, dass trotz der zahlreichen Bauarbeiten das Straßennetz so leistungsfähig wie möglich gehalten wird. „Wir brauchen eine enge Abstimmung aller Beteiligten und vor allem möglichst kurze Bauzeiten unter Vermeidung von Sperrungen“, sagt er.

Mindestens einmal im Jahr will sich das Aktionsbündnis, dass aus den IHKs Dortmund, Hagen und Wuppertal besteht, treffen. Bei einem ersten Treffen in Wetter waren auch der Landesbetrieb Straßen.NRW und die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und bau GmbH (Deges) mit an Bord.

Talbrücke Sölder Straße ist bereits im Bau

In Schwerte wird derzeit bereits auf der A1 an der Talbrücke Sölder Straße erneuert. Die Talbrücke Blockheide soll in den kommenden Jahren folgen, hier ist ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet. An der Raststätte Lichtendorf soll die Zahl der LKW-Stellplätze auf 165 fast verdreifacht werden. Auch für PKW steigt die Zahl der Parkflächen um mehr als 50 Prozent auf 138. Dazu gibt es neun neue Abstellplätze für Omnibusse. Die Arbeiten haben schon begonnen, allerdings mit der Erneuerung des Regenrückhaltebeckens gegenüber des Gehrenbachstausees in Schwerte-Ost. Das muss leistungsfähiger sein, bevor der Parkplatz erweitert werden kann.

Und dann liegt auch noch der Umbau der B236 vom Tunnel bis zur Autobahn an. Ursprünglich sollten bei deren Umbau die beiden Zufahrten zur Autobahn für jeweils sechs Monate gesperrt werden. Hier versuchen Stadt und Kammern, noch nachzuverhandeln. Auch NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst hatte versprochen, über die Länge der Sperrungen noch einmal mit der Deges zu verhandeln.