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Raupen des Buchsbaumzünslers fressen Pflanzen kahl

Buchsbaumzünsler in Schwerte

Sie sind grün, bis zu fünf Zentimeter lang und treiben Gärtner in Schwerte zur Verzweiflung: die Raupen des Buchsbaumzünslers, die die Pflanze kahl fressen. Der Kampf gegen die kleinen Schädlinge ist fast aussichtslos.

Schwerte

, 14.05.2018
Raupen des Buchsbaumzünslers fressen Pflanzen kahl

Der Buchsbaumzünsler ist in Schwerte angekommen, auch auf dem evangelischen Friedhof auf der Hörder Straße. © Bernd Paulitschke

Von sattem Grün zum tristen Braun – wenn die Raupen des Buchsbaumzünslers auftauchen, leidet die Pflanze oft innerhalb kürzester Zeit. Drei Raupen reichen aus, um eine Buchsbaumkugel von 30 Zentimetern in eineinhalb Tagen kahl zu fressen, schätzt der Landesverband Gartenbau NRW.


Wie schlimm ist der Buchsbaumzünsler-Befall in Schwerte?

„Es ist wirklich erschreckend“, sagt Heiner Knostmann. Er pflegt Gräber auf allen Schwerter Friedhöfen und stuft die Schäden als gravierend ein. „Im letzten Jahr hatten wir noch Glück, da gab es kaum Befall“, so der Gärtnermeister. Aktuell sei es aber umso schlimmer. Ebenso schätzt Frank Schröer von der Verwaltung des Evangelischen Friedhofs die Lage ein: „Wir haben schon einige Buchsbäume, die komplett kahl gefressen sind. Teils ist der Befall so schlimm, dass man die Buchsbäume nur noch rausreißen kann.“

Was kann man gegen den Buchsbaumzünsler tun?

Wer viel Zeit hat und sehr gründlich arbeitet, kann versuchen, die Raupen abzusammeln und die Äste mit den Gespinsten herauszuschneiden. Dazu rät die Landwirtschaftskammer Westfalen. Heiner Knostmann ist skeptisch, wie erfolgreich dieses Vorgehen sein kann: „Sobald nur eine Raupe übrig bleibt, ist die Arbeit umsonst.“

Im eigenen Garten kann man versuchen, die befallenen Buchsbäume mit Pflanzenschutzmitteln zu spritzen, wobei es nicht einfach sei, damit alle Raupen zu erwischen, so die Landwirtschaftskammer. Der Schädling bildet zum Schutz dichte Gespinste und gilt als sehr hartnäckig. Wer sich dafür entscheidet, zu spritzen, sollte danach auch ans Düngen denken, rät Knostmann. „Der Zünsler ist für die Pflanze Stress, danach muss sie gestärkt werden.“ Er empfiehlt organischen Dünger, beispielsweise Oscorna Animalin.

Ist der Befall schon sehr stark, „kann man nicht mehr viel machen“, so Friedhofsverwalter Schröer. Dann bleibt nur, den Buchsbaum zu entsorgen. Auf dem Evangelischen Friedhof hat man sich daher für eine drastische Lösung entschieden: „Wir werden keinen Buchsbaum mehr pflanzen.“

Wie entsorgt man befallene Buchsbäume oder die Raupen am besten?

Auf keinen Fall im eigenen Kompost, rät die Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft des Kreises Unna (GWA). Dort würden nicht ausreichend hohe Temperaturen erreicht, um den Schädling zu töten. Am besten gibt man die befallenen Pflanzen zusammen mit anderem Grünschnitt am Wertstoffhof, Schützenstraße 67, ab. Von dort wird der Grünschnitt zum Kompostwerk gebracht und dort werden während des Kompostierungsprozesses die Raupen unschädlich gemacht. Auch im Restmüll können sie entsorgt werden.

Gibt es Alternativen zum Buchsbaum?

Knostmann und Schröer empfehlen den Umstieg auf Ilex crenata. Er gehört zur Familie der japanischen Stechpalmen. „Ilex sieht ähnlich aus, hat auch grüne, eiförmige Blätter“, so Schröer. Allerdings sei es teils schon schwierig, die Pflanze zu kaufen, weil die Nachfrage für den Buchsbaum-Ersatz entsprechend hoch ist. Ilex crenata brauche außerdem mehr Wasser und mehr Dünger, sei also etwas pflegeintensiver, so Knostmann.

Woran genau erkenne ich den Befall?

Die fünf Zentimeter langen Raupen fressen erst die Blätter ab. Danach können sie auch an die grüne Rinde gehen, erklärt der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Die Stellen über den Fraßstellen sterben ab. Der Befall ist zunächst nur schwer zu erkennen, denn die Tiere fressen sich von innen nach außen. Die Pflanze ist daher häufig schon zerstört, bevor der Hobbygärtner den Schaden an den äußeren Blättern erkennt. Aber: Ihre grünen Kotkrümel unterhalb der Fraßstellen verraten die Raupen oft. Außerdem bilden sie dichte weiße Gespinste.

mit dpa

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